Blockierter Wandel? Denk- und Handlungsräume für eine nachhaltige Regionalentwicklung, Teilprojekt 1: Tätigkeitsräume

SOEF
  • Projekt-Nr.3403
  • Laufzeit 09/2003 - 01/2006

Das Projekt gehört zu den im Rahmen der sozial-ökologischen Forschung durch das BMBF geförderten Verbundprojekten und ist aus dem Frauennetzwerk Vorsorgendes Wirtschaften hervorgegangen. In feministischer Erkenntnisperspektive werden dichotome Muster wie Natur-Kultur, Produktion-Reproduktion, privat-öffentlich etc. untersucht und werden Hierarchisierungen (beispielsweise Kultur als das der Natur Überlegene) wie auch die damit verbundenen Blockaden fokussiert. Untersuchungsregion ist die "Mulde-Mündung" mit einschneidenden sozio-ökonomischen Umbrüchen seit den 1990er Jahren. Seit fast 10 Jahren hat sich diese vielfältige Region zu einer nachhaltigen Entwicklung bekannt. Dennoch kommen Wandlungsprozesse nur schleppend in Gang; theoretische Konzeptionen der Nachhaltigkeit finden nur schwer Eingang in die Lebensrealität der Region. In dem Teilprojekt werden die Konflikt- und Akteursstrukturen in der Region "Mulde-Mündung" analysiert. Im Fokus stehen die Handlungsmuster der Akteure der nachhaltigen Regionalentwicklung. Das Teilprojekt "Tätigkeitsräume" geht dabei von drei Hypothesen aus:

  • Sozial-ökologische Transformationen werden durch Nicht-Sichtbarkeit jener Tätigkeiten blockiert, die als nicht-erwerbliche, sorgende und pflegende Arbeiten den Stoffwechselprozeß zwischen Mensch und Natur wesentlich mit prägen.
  • In Ökonomie und Politik sind sowohl die Dichotomien zwischen Erwerbsarbeit und nicht-erwerblichen Tätigkeiten als auch die zwischen öffentlichem und privatem Raum eingeschrieben.
  • Sozial-ökologische Transformationsprozesse bedürfen der (Wieder-)Entdeckung "vergessener Arbeitswirklichkeiten" sowie der Entwicklung eines vielfältigen Tätigkeitskonzeptes.