Entwicklung und Anwendung eines Ansatzes für eine "Just Transition"

  • Projekt-Nr.251036
  • Laufzeit 10/2016 - 12/2016

Im Pariser Abkommen von 2015 hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur deutlich unter 2 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu halten, sowie Anstrengungen zu unternehmen, den Temperaturanstieg auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Einhaltung dieser Grenzen erfordert, dass die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich auf Null reduziert werden, was wiederum eine fundamentale Umstrukturierung von Gesellschaften und Volkswirtschaften erfordert.

In früheren wirtschaftlichen Transformationen haben oft die Arbeiter und ihre Gemeinschaften die Hauptlast der Veränderungen getragen. Der beginnende Übergang zu einer Null-Emissions-Wirtschaft verursacht ebenfalls Bedenken, dass er auf Kosten von Bergleuten, Stahlarbeitern und anderen, deren Unterhalt von emissionsintensiven Unternehmen abhängt, ablaufen wird.

Solche Bedenken werden oft als Argumente gegen verstärkten Klimaschutz vorgebracht, gleichzeitig spielen sie aber in klimapolitischen Kreisen oft nur eine geringe Rolle. Das Thema Emissionsverlagerung durch die Verlagerung von Produktion in andere Länder ist extensiv diskutiert worden, ansonsten hat sich die Klimapolitik aber traditionell darauf konzentriert, Emissionen zu zählen, und hat breitere sozio-ökonomische Auswirkungen ihrer Maßnahmen als "Nebennutzen" abgetan.

Für die allermeisten Leute sind allerdings solche "Nebennutzen" die Hauptfrage und die Klimapolitik ist ein Nebenthema. Um erfolgreich zu sein, muss die Klimapolitik daher eine gerechte sozio-ökonomische Entwicklung zum Kern ihrer Ansätze machen. Verschiedene Akteursgruppen haben versucht, Konzepte für eine Transformation zu entwickeln, die nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern auch sozial gerecht ist.

Vor diesem Hintergrund hat Friends of the Earth Niederlande das Wuppertal Institut beauftragt, einen Rahmen zu entwickeln, der eine nationale "Just Climate Transition" innerhalb westeuropäischer Länder definiert. Es wird anerkannt, dass (globale) Nord-Süd-Gerechtigkeit ebenso wichtig und hoch relevant ist, die Studie konzentriert sich aber auf Transformationen innerhalb von traditionellen Industrieländern.

Die Studie erarbeitet einen Überblick verschiedener sozialer Perspektiven darauf, wie Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit in Einklang gebracht werden können. Das Ziel ist, zu identifizieren und zu vergleichen, wie jeder Ansatz Kerndimensionen einer "Just Climate Transition" definiert: ökologische Nachhaltigkeit, Fairness und Demokratie. Auf dieser Grundlage wird die Studie eine Definition und Prinzipien für eine "Just Climate Transition" entwickeln.