Transition-Design im Nachhaltigkeitsdiskurs

Die Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen definiert neben ihrer Funktionalität und Ästhetik auch ihre Umweltwirkung, insbesondere ihren Ressourcenverbrauch oder ihre Klimabelastung. Innovationen und Ideen – seien sie nachhaltig oder nicht – materialisieren sich eben in Produkten und Infrastrukturen. Die Produkt-Dienstleistungs-Systeme nachhaltiger und ressourcenleichter zu entwickeln, ist Inhalt der Forschungsarbeit des Instituts von Anfang an.

Mit der dazu entwickelten MIPS-Analyse wird anschaulich, welcher tatsächliche Ressourcenkonsum jeweils von der Wiege bis zur Bahre oder Wiege stattfindet und welche Produkte oder Dienstleistungen günstigere Alternativen sind. Der Bezug auf die Serviceeinheit drückt dabei die Intensität der Nutzung aus. Es wird deutlich, wie Produkte und Dienstleistungen nicht nur suffizienter, sondern auch durch die Integration der Nutzer(innen) effizienter und konsistenter gestaltet werden können. Die Forderung nach lebensstilorientierten und -differenzierten Produkten und Dienstleistungen, die die Lebensqualität erhöhen und gleichzeitig die Umwelt schützen sollen, ist aktueller denn je. Daher wurde der Ansatz vom ökointelligenten und nachhaltigen Design über die akteursintegrierte Gestaltung (Social Design-Ansätze, LivingLabs) bis hin zum Transition-Design erweitert. Eine hierfür sehr interessante Methode haben Marc Hassenzahl und Matthias Laschke zur Gestaltung tranformationaler Objekt an der Folkwang Universität entwickelt (pleasurabletroublemakers.com), die grundlegend die charmante und gewollte Veränderung von Verhalten bzw. Routinen adressiert. Diese interaktiv angelegten Designs sind besonders geeignet, weil sie dem Nutzer unmittelbar Rückmeldung zu seinen Handlungen geben und, wenn gewünscht, eigenes strategisches Verhalten erlauben.

Living Labs
Ansatzpunkt nachhaltiger Gestaltung im Transition Design - von der gesellschaftlichen Narration über die Produkt-Dienstleistung zur individuellen Handlung

Am Wuppertal Institut setzt sich insbesondere die Forschungsgruppe "Produzieren und Konsumieren" mit den Voraussetzungen für Nachhaltiges und Transition-Design auseinander. Dies geschieht in enger Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen für Design und Designerausbildung, vor allem mit der Folkwang Universität der Künste. Auch die International Sustainable Summer School Designwalks organisieren ein interessantes Team deutscher und europäischer Design-Universitäten gemeinsam mit dem Wuppertal Institut.

 

Das Wuppertal Institut will mit seiner Nachhaltigkeitsforschung im Bereich Design dazu beitragen, dass die Potenziale von Design und Design-Forschung für die Energie- und Ressourcenwende sichtbar werden. Die Methoden adressieren direkt soziale Praktiken des Alltags und berücksichtigen die persönlich gewünschte Zeitverwendung wie auch den Ressourcenkonsum und die damit verbundenen Ausgaben für das heutige Leben und mögliche Zukunftsszenarien. Die "Designguides" des Wuppertal Instituts machen den Versuch, dieses Herangehen für Designerinnen und Designer im Studium, in Agenturen und Unternehmen nachvollziehbar und anwendbar zu machen.

Kontakt

Prof. Dr. Christa Liedtke

Tel.: +49 202 2492-130

Fax: +49 202 2492-138

christa.liedtke@wupperinst.org

Projekte

Hier finden Sie Forschungsaktivitäten im Bereich Transition-Design.