Solar Decathlon: Internationaler Wettbewerb kommt nach Wuppertal

Studentischer Innovationswettbewerb für Gebäude erstmals in Deutschland

Urbanes Wohnen
  • Pressemitteilungen 29.01.2019
Energy Endeavour Foundation und die Projektbeteiligten
Die Energy Endeavour Foundation und die Projektbeteiligten trafen sich am 18. Januar 2019 im Café Blo im Wuppertaler Mirker Quartier. Quelle: Wolf Sondermann

Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, verkündete am 29. Januar 2019 beim Kongress ENERGIEWENDEBAUEN in Berlin, dass der "Solar Decathlon Europe" 2021 erstmalig in Deutschland stattfinden wird – und zwar in Wuppertal. Erstmals stehen bei dem solaren Zehnkampf Energiewende und Klimaschutz mitten in einem städtischen Quartier im Fokus. Die Bewerbungsphase für die Hochschulteams startet im März.

Hochschulen aus der ganzen Welt und besonders deren engagierte Studierende beteiligen sich seit Jahren beim Gebäude-Energiewettbewerb Solar Decathlon. Nach seinem Start in den USA 2002 fand der solare Zehnkampf mittlerweile 13 Mal rund um den Globus statt, zuletzt in Dubai im November vergangenen Jahres. Auch deutsche Hochschulen nahmen bereits mehrfach erfolgreich teil. Seit 2010 stehen beim auf Europa begrenzten Ableger solare Plusenergiehäuser im Fokus des Wettbewerbs. Der "Solar Decathlon Europe" fand zuletzt 2014 in Frankreich statt, in diesem Jahr kommt er nach Ungarn.

Deutschland setzt sich seit langem für eine inhaltliche Weiterentwicklung des Wettbewerbsformats ein und leitet dazu auch die Arbeitsgruppe "Competition and Living Lab Platform" im Rahmen der Internationalen Energie Agentur (IEA). Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im vergangenen Jahr einen Ideenwettbewerb innerhalb seiner Förderinitiative "EnEff.Gebäude.2050" ausgelobt und erhielt daraufhin Vorschläge für einen Gebäude-Energiewettbewerb in Deutschland. Das Team mit der Bergischen Universität Wuppertal (BUW), der Stadt Wuppertal, dem Wuppertal Institut, der Initiative Utopiastadt und der Neuen Effizienz wurde dabei mit seinem Vorschlag "Solar Decathlon goes Urban" mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Dies war die Grundlage für die deutsche Bewerbung als Austragungsort des nächsten Solar Decathlon beim europäischen "Call for Cities" der Energy Endeavour Foundation.

Jetzt liegt das Ergebnis vor: Im Jahr 2021 findet der "Solar Decathlon Europe" erstmals in Deutschland statt – und zwar mitten in Wuppertal, im Mirker Quartier auf dem Utopiastadt-Campus.

Die Idee "Solar Decathlon goes Urban"

Umbauen, anbauen, aufstocken und Baulücken schließen: Das sind die zentralen architektonischen Aufgaben der Energiewende im Quartier. Dabei sollen auch Ressourceneffizienz, Suffizienz, Klimaschutz und recyclinggerechtes Bauen berücksichtigt werden. Neben diesen baulich-technischen und architektonischen Herausforderungen setzt der urbane Solar Decathlon gezielt auf eine integrierte und partizipative Quartiers- und Gebäudeentwicklung. Das Wettbewerbskonzept ist Teil eines breit angelegten Reallabors, in dem verschiedene wissenschaftliche und praxisnahe Akteursgruppen auf Augenhöhe die Kriterien für den Wettbewerb entwickeln und Ideen für mehr Klimaschutz auf die Straße bringen. Basierend auf realen Sanierungsbeispielen im Quartier sollen unterschiedliche Bauaufgaben im Bestand – von der Baulücke bis zur Aufstockung – geplant, umgesetzt und wissenschaftlich begleitet werden. Daneben sollen während des Wettbewerbs 18 Demonstrationsobjekte auf dem Utopiastadt Campus realisiert werden – darunter auch Gebäude, die längerfristig im Rahmen eines sozio-technischen Living Lab NRWs genutzt werden sollen.  
"Die Ausrichtung des Solar Decathlon ist ein weiterer schöner Meilenstein in der Entwicklung Wuppertals zu einem der führenden urbanen Erprobungsräume für nachhaltige Zukunftsentwürfe", sagt Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts.

Das aufstrebende Mirker Quartier in Wuppertal mit seinem lebendigen und multikulturellen Charakter und seinen rund 800 Gebäuden bildet den Kontext der Aufgabe und dient mit der Freifläche des Utopiastadt Campus als Austragungsort. Das gründerzeitlich geprägte Quartier steht schon heute für spannende urbane Entwicklungen und hat sich zu einem Reallabor mit überregionaler Strahlkraft entwickelt. Die Initiative "Utopiastadt" als kreatives Cluster ist dort beheimatet und über das Forum:Mirke agiert eine aktive Zivilgesellschaft. Die Bergische Universität Wuppertal, das Wuppertal Institut und das gemeinsame Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit sind seit einigen Jahren über verschiedene partizipative und kollaborative Forschungsformate im Quartier aktiv und bestens mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut.

Bewerbung ab März möglich

Die lebensnahen Lösungen sollen einen zentralen Beitrag auf dem Weg zur ressourceneffizienten, klimaneutralen Stadt leisten. Dieser erste "Urban Solar Decathlon" ermuntert Studierende, ihre kreativen Ideen in die Praxis umzusetzen und diesen Weg gemeinsam mit der Industrie und lokalen Akteursgruppen zu gestalten.
Im März 2019 wird der internationale Aufruf zur Bewerbung von Hochschulteams veröffentlicht. Die studentischen Teams können sich dann bis Herbst bewerben. Vor dem Jahreswechsel 2020 stehen die Teams fest, die im September 2021 im Finale antreten. Sie haben dann fast zwei Jahre Zeit, ihre Häuser zu entwerfen, zu planen und in Wuppertal aufzubauen.


Pressemitteilung

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

VisdP: Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident

Kontakt: Christin Hasken, Leitung Kommunikation

Tel.: +49 202 2492-187

Fax: +49 202 2492-108

E-Mail: christin.hasken@wupperinst.org


Pressebilder

Auftakttreffen
Die Energy Endeavour Foundation besuchte beim Projektauftakt am 18. Januar 2019 unter anderem das Café Blo im Wuppertaler Mirker Quartier (v. l. n. r.): Emy Ritt (Jury-Vorsitzende des Call for Cities), Claudio Montero Santos (Energy Endeavour Foundation), Prof. Dr.-Ing. Karsten Voss (Bergische Universität Wuppertal), Louise Holloway (Energy Endeavour Foundation), Andreas Mucke (Oberbürgermeister von Wuppertal), Dr. Daniel Lorberg (TransZent, Bergische Universität Wuppertal), Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Präsident des Wuppertal Instituts), Prof. Dr. Lambert Koch (Rektor der Bergischen Universität Wuppertal). Quelle: Wolf Sondermann

Energy Endeavour Foundation und die Projektbeteiligten
Von links: Dr. Justus von Geibler (Wuppertal Institut), Dr.-Ing. Katharina Simon (Bergische Universität Wuppertal), David Becher (Utopiastadt Förderverein), Christian Popien (Bahnhof Blo), Emy Ritt (Jury-Vorsitzende des Call for Cities), (vorne:) Mira Heinze (Projektträger Jülich), (hinten:) Arndt Wilmanns (Bahnhof Blo), Markus Riedel (Utopiastadt Förderverein), Andreas Mucke (Oberbürgermeister von Wuppertal), Louise Holloway (Energy Endeavour Foundation), Prof. Dr. Lambert Koch (Rektor der Bergischen Universität Wuppertal), Prof. Dr.-Ing. Karsten Voss (Bergische Universität Wuppertal), Dr. Daniel Lorberg (TransZent, Bergische Universität Wuppertal), Ulrich Rieke (Wuppertaler Stadtwerke), Matthias Wanner (Wuppertal Institut und TransZent), Prof. Dr.-Ing. Felix Huber (Bergische Universität Wuppertal), Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Präsident des Wuppertal Instituts), Claudio Montero Santos (Energy Endeavour Foundation), Frank Meyer (Dezernent für Stadtentwicklung, Bauen, Verkehr und Umwelt). Quelle: Wolf Sondermann

Begutachtung des Wuppertaler Quartiers
Die Jury und Projektbeteiligten begutachteten während ihres Besuchs das städtische Quartier in Wuppertal (v. l. n. r.): Emy Ritt (Jury-Vorsitzende des Call for Cities), Prof. Dr. Karsten Voss (BUW), Mira Heinze (Projektträger Jülich), Dr. Daniel Lorberg (TransZent und BUW), Dr. Katharina Simon (BUW), Claudio Montero Santos (Energy Endeavour Foundation), Matthias Wanner (Wuppertal Institut und TransZent). Quelle: Wolf Sondermann

Energy Endeavour Foundation
Die Jury der Energy Endeavour Foundation traf sich am 18. Januar 2019 mit Projektbeteiligten zum finalen Plausibilitätscheck am Wuppertal Institut. Quelle: Wuppertal Institut

Urban Solar Decathlon
Zeitlicher Ablauf des Urban Solar Decathlon. Quelle: Bärbel Offergeld