PtX

Der Beitrag von synthetischen Kraftstoffen zur Verkehrswende: Optionen und Prioritäten

  • Projekt-Nr.251839
  • Laufzeit 02/2019 - 03/2019

Die Kurzstudie diskutiert, in welchen Anwendungsfeldern synthetische Kraftstoffe zweckmäßig erscheinen. Das Forscherteam stellt dar, welche Einsatzmöglichkeiten grundsätzlich bestehen, zeigt alternative Minderungsoptionen auf und gibt einen Überblick über volkswirtschaftliche Effekte synthetischer Kraftstoffe. Auf dieser Basis leiten die Wissenschaftler Schlussfolgerungen für den Beitrag synthetischer Kraftstoffe zur Verkehrswende ab und übersetzen sie in Prioritäten.

Synthetische Kraftstoffe sind eine weitere Option im Portfolio der Klimaschutzstrategien, sie können bei konsequenter Umsetzung von Vermeidungs-, Verlagerungs- und Verbesserungsmaßnahmen zur kompletten Dekarbonisierung des deutschen und internationalen Verkehrssektors beitragen.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass ihr Gesamtwirkungsgrad aufgrund der zahlreichen Umwandlungsschritte unvorteilhaft und ihre Herstellung entsprechend teuer ist. Anreize für alternative Mobilitätsangebote sowie Nachfragesteuerung über den Preis und gezielte Regulation sind weiterhin prioritäre Strategien. Vermeidung und Verlagerung sind effektiv und im Vergleich zur Referenzentwicklung ohne ambitionierten Klimaschutz mit geringen volkswirtschaftlichen Kosten und häufig gar Nutzen verbunden.

Fahrzeugeffizienz und Antriebswechsel hin zu direkter Elektrifizierung (batterieelektrische Pkw, Oberleitungs-LKW) haben im Vergleich zu synthetischen Kraftstoffen erhebliche Vorteile. Hinzu kommen im Verbund prioritäre Optionen der Systemeffizienz, etwa Tempolimits und die Erhöhung der Besetzungsgrade durch Car- oder Ridesharing. Auch Brennstoffzellenfahrzeuge sind zukünftig nach Möglichkeit den synthetischen Kraftstoffen vorzuziehen.

Synthetische Kraftstoffe sollten für die Dekarbonisierung des internationalen Flug- und Seeverkehrs Verwendung finden. Weiterhin ist eine parallele Reduktion des Flug- und Seeverkehrs erforderlich. Deshalb sollte in diesen Bereichen Nachfragesteuerung und Verkehrsmitteleffizienz so organisiert werden, dass die globale Nachfrage die nachhaltigen Bereitstellungsoptionen von Power-to-Liquid (PtL) nicht übersteigt.


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