Mehr durch immer weniger - das Prinzip Öko-Effizienz hat die Wirtschaft erreicht

Das Wuppertal Institut veranstaltet am 15. und 16. Mai 2001 die Konferenz auf der ENVITEC

  • Pressemitteilungen 12.03.2001

Als der renommierte Schweizer Unternehmer Stephan Schmidheiny sich auf den Welt-Umwelt-Gipfel von Rio vorbereitete, empfahl er dem von ihm initiierten World Business Council of Sustainable Development, WBCSD, für das von Gro Harlem Brundtland und ihrer Weltkommission entwickelte Leitbild "Sustainable Development" - zu Deutsch: "Nachhaltige Entwicklung" - einen für Unternehmer adäquaten Begriff zu finden. Die Wirtschaftsbosse fanden ihn: Öko-Effizienz.

 

Das war im Jahr 1991. Schmidheiny legte ein Jahr darauf in seinem Buch "Kurswechsel" die wirtschaftspublizistische Grundlage für die weltweite Verbreitung dieses Leitbildes, und der WBCSD - eine Vereinigung von 120 Unternehmen aus 33 Ländern - versuchte es zum Thema in den Chefetagen der multinationalen Konzerne zu machen. Mit Erfolg.

 

Ökoeffizienz - was in der Alltagssprache so viel heißt wie "mehr zu produzieren mit weniger Energie und Ressourcenaufwand" - fordert im Klartext:

  • die ökologischen Wirkungen in jeder Phase der Produktion zu überwachen; mit möglichst geringem Ressourceneinsatz einen mehrfachen Nutzen zu erzielen;
  • und letztlich die Maxime "Nachhaltige Entwicklungen" in alle geschäftlichen Visionen und Aktivitäten zu integrieren.
  • Ökoeffizienz bedeutet in den Worten des Ex-Dow-Chemical-Managers und erfolgreichen Buchautors Claude R. Fussler (Die Öko-Innovation - Wie Unternehmen profitabel und umweltfreundlich sein können), "dass ökologische Leistungen und geschäftliche Erfolge Hand in Hand gehen".

Hand in Hand gingen auch die Überlegungen der Messe Düsseldorf mit den Aktivitäten des WBCSD unter seinem Präsidenten Björn Stigson und den Zielen des Wuppertal Instituts unter seinem Gründungspräsidenten Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker. Der ENVITEC 2001 - die führende Umwelttechnologiemesse seit 30 Jahren - soll von einer Konferenz unter dem Motto "Ökoeffizienz" begleitet werden.

 

Während in den siebziger und achtziger Jahren Einzelthemen wie Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Abfallbeseitigung und Naturschutz im Mittelpunkt der ökologischen Diskussion standen, sind jetzt Gesamtlösungen gefragt - die sich vor allem rechnen. Ökoeffizientes Management heißt in Zeiten der Globalisierung das neue Erfolgsrezept. Und: Mit der Ökoeffizienz scheint ein Quantensprung möglich, was so viel heißt wie: Energie und Rohstoffe doppelt, vierfach oder gar zehnfach effizienter zu nutzen.

 

Am 15. und 16. Mai 2001 werden in Düsseldorf auf der internationalen Konferenz "Von Ökoeffizienz zu nachhaltiger Entwicklung in Unternehmen" renommierte Wirtschaftler und Wissenschaftler wie Amory B. Lovins, Gründer und Forschungsdirektor Rocky Montain Institute, Colorado (USA) und Koautor von Ernst Ulrich von Weizsäcker beim Welt-Bestseller "Faktor Vier", Prof. Dr. Klaus Töpfer, Executive Director, UNEP, und Hiroaki Koshibu, Direktor Umwelt- und Produktsicherheit beim Weltkonzern Fuji Xerox, Erfolgsbeispiele aus Unternehmen vorstellen.

 

Erstmals wird sich die Konferenz auch mit dem "3. Faktor" - neben Ökologie und Ökonomie - von Ökoeffizienz, nämlich den sozialen Aspekten, der so genannten Corporate Social Responsibility von Unternehmen, auseinandersetzen. Konferenzpräsident Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker betont die wegweisende Bedeutung der Konferenz. "Während in der siebziger Jahren Dennis Meadows mit seinen âGrenzen des WachstumsÔ die weltweite Diskussion um eine Neuorientierung des Fortschritts eingeläutet hatte, geht es jetzt in Wirtschaft und Politik um die Umsetzung des Imperativs von Rio: um eine ökologisch nachhaltige Wirtschaft." Und, so Weizsäcker weiter: "Der vom WBCSD formulierte und für die Wirtschaft praktikable Ansatz die Konferenz Ökoeffizienz heißt Nachhaltigkeit und Entwicklung."

 

Inzwischen wird Ökoeffizienz als ein Weg zur nachhaltigen Entwicklung auch von Banken anerkannt. Finanzinstitute stellen seit einiger Zeit Portfolios anhand von Ökoeffizienz-Kriterien zusammen, die sich durch eine überdurchschnittliche Börsenperformance auszeichnen. Und im Dow Jones Sustainability Index werden seit kurzem die nachhaltigsten Unternehmen für Anleger zusammengefasst.

 

Für Konzerne wie Aventis, Deutsche Bank, Henkel, BASF - allesamt Mitglieder des WBCSD - ist ökoeffizientes Wirtschaften längst zum Wettbewerbsfaktor geworden.

 

"Jedoch", so warnt Ernst Ulrich von Weizsäcker, "nur wer Ökoeffizienz in seinem Unternehmen auch wirklich zur Corporate Identity macht und die Mitarbeiter zur Umsetzung angemessen motiviert, hat á la longue auf dem Weltmarkt Chancen".

 

 

Pressemitteilung des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH

im Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen

ViSdP: Prof. Dr. Peter Hennicke, Präsident

Kontakt: Öffentlichkeitsarbeit, Dorle Riechert

Tel. +49 (0)202 2492-180, Fax +49 (0)202 2492-108

E-Mail: pr@wupperinst.org


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