Abschlusskonferenz: Soziale Innovation in Kommunen

KoSI-Lab-Projekt bringt neue Kooperationen von Kommunen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Forschung auf den Weg

Arbeitsgruppe
  • Pressemitteilungen 29.03.2019

Wie können Kommunen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft besser gemeinsam agieren, um auf die aktuellen kommunalen Herausforderungen zu reagieren? Welche Möglichkeiten einer "Ko-Produktion" von Ideen, Plänen und Projekten können jenseits herkömmlicher Beteiligungsverfahren erfolgreich sein? Ein neues Format zur Beantwortung dieser Fragen, wie unterschiedliche Akteure auf Augenhöhe gemeinsam zu neuen, zu besseren und tragfähigeren Lösungen von kommunalen Herausforderungen kommen können, sind sogenannte "Kommunale Labore Sozialer Innovation" (KoSI-Lab). Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat über drei Jahre zwei solcher Labore modellhaft für Dortmund und Wuppertal entwickelt, untersucht und erprobt. Die Ergebnisse werden nun auf einer großen Abschlusskonferenz am 2. April in der Wuppertaler Citykirche vorgestellt.

Städte sind mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert – Klimaschutz, Verbesserung von Mobilität, Beschäftigungssicherung, sozialer Zusammenhalt oder Anpassungsstrategien an den demografischen Wandel. "Oftmals kann nur das gemeinschaftliche Erarbeiten von Lösungen in multiperspektivischen Teams den vielfältigen aktuellen Problemdimensionen Rechnung tragen", sagt Prof. Dr.-Ing. Oscar Reutter, Co- Leiter des Forschungsbereichs Mobilität und Verkehrspolitik in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut. "Multiperspektivisch heißt dabei, dass relevante Akteure aus allen gesellschaftlichen Bereichen kooperieren: Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung und der Privatwirtschaft sowie insbesondere auch aus Organisationen der Zivilgesellschaft – und auch Personen aus der Wissenschaft", ergänzt Reutter.

Wie man diese Gruppen erfolgreich zusammen bringt und welche Rahmenbedingungen es braucht, um Kommunale Labore Sozialer Innovation (KoSI-Labs) zu entwickeln und zu verstetigen, untersuchte ein Forschungskonsortium der Sozialforschungsstelle an der Technischen Universität Dortmund (Verbundkoordination), des Wuppertal Instituts und des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Dortmund, der Stadt Wuppertal (Stabsstelle Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement) und dem Zentrum für gute Taten e.V., Freiwilligenagentur Wuppertal. "Ziel des Projekts KoSI-Lab war dabei die modellhafte Entwicklung zweier Labore sozialer Innovation als organisatorische Neuentwicklung in Dortmund und als organisatorische Weiterentwicklung in Wuppertal", berichtet Jürgen Schultze, Verbundkoordinator an der Sozialforschungsstelle der Technischen Universität Dortmund.

Die Entwicklung des KoSI-Labs Wuppertal innerhalb des Zentrums für gute Taten e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal konzentriert sich insbesondere auf die Stärkung verschiedener Formen von Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement.
In Dortmund wird im Rahmen des KoSI-Lab eine Innovationsinfrastruktur neu entwickelt.

Neben der Entwicklung der beiden KoSI-Labs hat das Projekt verschiedene Formate genutzt für den Transfer und die Stärkung des Themas "Innovationslabore" als neue Orte. Es gab insgesamt vier Werkstätten zum Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Darüber hinaus wurden im Projekt 14 europäische und internationale Fallstudien zu Social Innovation Labs durchgeführt. "Die Erkenntnisse aus der Fallstudienarbeit wurden kontinuierlich mit den Projektverläufen in Dortmund und Wuppertal gespiegelt und haben damit die Entwicklung der beiden KoSI-Labs vielfach unterstützt," erläutert Eva Wascher, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund.

KoSi-Lab Wuppertal

Der Schwerpunkt des Projektes in Wuppertal war die Weiterentwicklung einer bürgerschaftlichen Institution. Die bestehende Einrichtung, wird, unterstützt von der Stadt Wuppertal, durch die unabhängige Freiwilligenagentur "Zentrum für guten Taten e.V." weiter entwickelt. Anhand der Forschungsergebnisse des Projektes "proaktiv" findet eine Ausweitung ihrer Handlungsfelder in Richtung eines KoSI-Labs statt.
Das KoSI-Lab Team Wuppertal hat während des Projektzeitraums Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, der Wirtschaft, der Wissenschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu verschiedenen Dialogtreffen eingeladen. Bei diesen sind mehrere "Runde Tische" entstanden. Zum Beispiel der für die "Belebung leerstehender Ladenlokale" in Wuppertal Heckinghausen und Wichlinghausen. Eine erste daraus entstandene öffentliche Aktion war die Kampagne "Rotes Sofa gegen Leerstand", die in einem leerstehenden Ladenlokal in Heckinghausen durchgeführt wurde. Mit dem "roten Sofa" sollen Bürgerinnen und Bürger aus Heckinghausen über das Thema Leerstand miteinander ins Gespräch kommen und mögliche Interessenten für die Belebung eines Ladenlokals gefunden werden.

Die Abschlusskonferenz

Auf der Abschlusskonferenz am 2. April in der Citykirche in Wuppertal Elberfeld, mit rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Kommunen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Forschung wird in einem größeren Rahmen diskutiert, welche Erfolge und Herausforderungen sich im Projekt KoSI-Lab gezeigt haben. Die Akteure, die sich mit unterschiedlichen Ansätzen von Innovationsprozessen zur Förderung sozialer Innovation befassen, kommen auf der Konferenz in einen intensiven Austausch. Nach einem Grußwort von Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke und Dr. Vera Grimm vom BMBF Förderprogramm "Kommunen innovativ", gibt es Einblicke in die Perspektiven der KoSI-Labs in Wuppertal und Dortmund, sowie einen Ausblick zur Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Städte.

Danach folgen parallele Arbeitsforen in denen unterschiedliche Ansätze von Innovationslaboren vorgestellt werden, unter anderem zu den Themen:

  • Social Entrepreneurship, vertreten durch das Social Innovation Center der Beschäftigungsförderung Hannover,
  • Bürgerschaftliches Engagement, vertreten durch das Zentrum für gute Taten e.V. und das Büro für soziale Innovation in Düsseldorf,
  • Wissenschafts-Praxis-Transfer, vertreten durch das nordrheinwestfälische S_inn Transfernetzwerk für Labore sozialer Innovation an Hochschulen
  • Politik- und Verwaltungsinnovation, vertreten durch das GovLab Arnsberg des Regierungspräsidenten.

Auf dem abschließenden Podium diskutieren Dr. Vera Grimm, aus dem Referat Ressourcen, Kreislaufwirtschaft, Geoforschung im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Andreas Kersting, Referatsleiter Bürgerschaftliches Engagement der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, Hans-Josef Vogel, Regierungspräsident der Bezirksregierung Arnsberg und Jürgen Schultze, Sozialforschungsstelle (sfs) an der Technischen Universität Dortmund bei einem "Ausblick Kommunen innovativ", wie die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Verwaltung, Wissenschaft, Unternehmen und Zivilgesellschaft weiter gestärkt werden kann.

Die Abschlusskonferenz ist eine gemeinsame Veranstaltung aller beteiligten Organisationen im Projektverbund "KoSI-Lab Kommunale Labore sozialer Innovation".

Die Ergebnisse des Projektes werden in einer Abschlussbroschüre festgehalten. Die Broschüre "Drehbuch zum Aufbau Kommunaler Labore sozialer Innovation" wird nach der Veranstaltung auf der Webseite der beteiligten Partner zur Verfügung gestellt.

Förderung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt im Rahmen von "Kommunen innovativ". Diese Fördermaßnahme unterstützt Kommunen, die im Verbund mit Wissenschaft nachhaltige Strategien für Stadtentwicklung, Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen erforschen und anwenden.

 

Pressemitteilung

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VisdP: Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident

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