Ernüchternde Ergebnisse beim Weltklimagipfel

COP25: Einschätzung des Wuppertal Instituts

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  • News 16.12.2019

Die mit mehr als 40 Stunden Verspätung am 15. Dezember zu Ende gegangene 25. Weltklimakonferenz (Conference of the Parties, COP25) in Madrid hat deutlich gezeigt, wie schwierig es ist, die globalen Klimaschutzziele angesichts der stark unterschiedlichen Interessen der Länder zu erreichen. Die zwei Wochen intensiver Diskussionen veranschaulichen noch einmal, wie komplex der Architekturfehler wirkt, Maßnahmen nur im Konsens von 200 Ländern vereinbaren zu können. Nationale Egoismen und die unzureichende Einsicht einiger Länder, insbesondere Brasilien, Australien, Saudi Arabien und den USA, verhinderten in Madrid, dass die Staatengemeinschaft ihrer Verantwortung gerecht wird und wirksame Signale zur Eindämmung der Veränderung des Weltklimas leistet. Diesen Ländern hat nicht nur der Wille gefehlt, wirksame Maßnahmen voranzubringen, sondern die unaufhörliche Suche nach Schlupflöchern, die die globalen Zielvorgaben stark verwässern, dominierten die Diskussionen.  

Auf der anderen Seite ist durchaus positiv anzumerken, dass die Mehrzahl der beteiligten Länder erkannt hat, dass mehr getan werden muss und der Ausstieg aus der Nutzung von Kohle, Öl und zeitversetzt Gas unausweichlich ist. Die Europäische Union (EU) hat mit der Ankündigung des "EU Green Deal" Mitte der vergangenen Woche und der hiermit verbundenen Zielsetzung bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden zu wollen dazu einen wichtigen Beitrag geleistet, auch wenn das Ausscheren Polens aus der Vereinbarung mehr als ein Wermutstropfen ist.

Alles in allem ist das Ergebnis des Weltklimagipfels eine sehr starke Enttäuschung. "Dass sich die Staatengemeinschaft angesichts des großen gesellschaftlichen Drucks, unter anderem durch die weltweite Fridays-for-Future-Bewegung, auf nicht mehr hat einigen können als mehr oder weniger die Vorgaben der Pariser Klimakonferenz aus dem Jahr 2015 zu bestätigen, ist grob fahrlässig", sagt Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts. Zur Begrenzung der Folgen der Klimaveränderungen müssen die Staaten, Regionen, Städte aber auch die Unternehmen angesichts der jährlichen Rekordmeldungen bezüglich des Anstiegs der Treibhausgasemissionen deutlich mehr für den Klimaschutz tun, und ihrer Verantwortung gerecht werden. "Dies ist ohne jeden Zweifel eine Herkulesaufgabe, die wir den nachkommenden Generationen aber schuldig sind", ergänzt Fischedick. Die Grundlage für die Verstärkung der Anstrengungen ist angesichts der breiten gesellschaftlichen Diskussion rund um das Thema Klimaschutz dabei eigentlich heute besser denn je.