Reallabore verstehen, reflektieren und wirkungsvoll gestalten

Wuppertal Paper Nr. 196 zu Reallaboren: Konzepte, Herausforderungen und Empfehlungen

  • News 20.01.2020

In Reallaboren arbeiten Akteure aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um gemeinsam Lösungen für ein realweltliches Nachhaltigkeitsproblem zu erarbeiten und auszuprobieren. Das neu erschienene Wuppertal Paper 196 "Das Reallabor als Forschungsprozess und -infrastruktur für nachhaltige Entwicklung" behandelt den aktuellen Diskussionsstand der Reallabor-Forschung und basiert auf dem in 2018 als Synthesepapier von Rainer Walz und Matthias Gotsch (beide Fraunhofer ISI) herausgegeben "NaWiKo Synthese Working Paper No. 1". Das Paper bietet einen umfassenden Überblick über den Aufbau und die Umsetzung von Reallaboren.

Das Autorenteam trug für das Wuppertal Paper die Erkenntnisse aus drei Reallabor-Projekten zusammen. Alle drei Projekte wurden im Rahmen der Fördermaßnahme "Nachhaltiges Wirtschaften" (NaWi) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert – die Entwicklung leistungsstarker Reallabor-Formate war dabei explizit gefragt. Dazu ging das Autorenteam von der konzeptionellen und empirischen Reallaborforschung des NaWi-Projekts "Wohlstands-Transformation Wuppertal" (WTW) aus und integrierte die Erfahrungen und Erkenntnisse aus zwei weiteren NaWi-Projekten: KInChem und WohnMobil sowie die aktuelle wissenschaftliche Literatur zu Reallaboren.

Zunächst reflektieren Michael Rose, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Nachhaltigkeit und Governance an der Leuphana Universität Lüneburg, Matthias Wanner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Innovationslabore in der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut, sowie Annaliesa Hilger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geographie und Sachunterricht der Bergischen Universität Wuppertal, bisherige Reallaborverständnisse und präsentieren acht Schlüsselkomponenten von Reallaboren. Anschließend beleuchten sie das Reallabor in seiner Prozess- und seiner Strukturdimension näher. Ein ausführlicher Prozessleitfaden zeigt Schritt für Schritt auf, wie ein Reallabor-Prozess gestaltet werden sollte. Auch die teils neuen Rollen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Reallaboren sind Teil ihrer Analyse. Schließlich stellt das Wuppertal Paper die strukturierenden Elemente eines Reallabors vor und wendet diese auf die drei NaWi-Projekte an. Die Studie resultiert in einem detaillierten Katalog von Faktoren, die bei dem Aufbau und der Umsetzung von Reallaboren unterstützen und die Qualität von Reallaboren erhöhen möchten.

Weiterführende Informationen sind in den folgenden Links zu finden.