Dr. Jana Zscheischler erhält Forschungspreis "Transformative Wissenschaft"

Transformatives Forschungskonzept für nachhaltiges Landmanagement überzeugt Jury

Skulptur Forschungspreis
  • Pressemitteilungen 18.09.2020
Jana Zscheischler
Dr. Jana Zscheischler, Projektleiterin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V., gewinnt den mit 25.000 Euro dotierten Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" 2020. Quelle: Katharina Richter/ZALF

Der mit 25.000 Euro dotierte Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ des Wuppertal Instituts und der Zempelin-Stiftung im Stifterverband wird in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen. Dr. Jana Zscheischler, Projektleiterin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V., überzeugte die Jury mit ihrem ausgeprägten transdisziplinären und transformativen Profil und ihrem Forschungskonzept für nachhaltiges Landmanagement. Die Preisverleihung findet am 6. Oktober 2020 im Rahmen der "Darmstädter Tage der Transformation" im Schader-Forum statt und wird live gestreamt.

Transformative Wissenschaft versteht sich als Wissenschaft, die mit inter- und transdisziplinären Methoden gesellschaftliche Impulse auslöst, diese wissenschaftlich begleitet und die Zivilgesellschaft mit einbezieht. Der Fokus des diesjährigen Forschungspreises lag auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Forschungsteams, die mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung forschen sowie gesellschaftliche Akteure in ihre Forschung integrieren.

Den Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" 2020 in Höhe von 25.000 Euro erhält Dr. Jana Zscheischler, die die Jury mit ihrem eindrucksvollen transdisziplinären und transformativen Profil, ihren bisherigen akademischen Erfolgen sowie mit ihrer theoretisch fundierten Forschung überzeugte, die sie methodisch und praxisnah umsetzt. Sie hat kontinuierlich, konsequent und in sehr kritischer Form, an der Grenze zwischen Betrachtung/Analyse und Handeln im Bereich der transdisziplinären Methodik gearbeitet und hierzu publiziert. Besonders hervorzuheben ist ihre Arbeit zu zukünftigen Potenzialen im nachhaltigen Landmanagement.

Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts, gratuliert: "Viele Nachhaltigkeitsprobleme, wie der Klimawandel und der Klimaschutz, hängen davon ab, wie die Ressource Land genutzt wird. Daher freuen wir uns, dass die Jury eine Wissenschaftlerin ausgewählt hat, die mit ihrer Forschung das Potenzial für die nachhaltige Landnutzung weiter ausbaut."

Die Wissenschaftlerin vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. ist Co-Leiterin der BMBF-finanzierten Nachwuchsforschergruppe "BioKum – Kumulative Wirkungen bioökonomischer Strategien für eine nachhaltigere Landwirtschaft". Die Nachwuchsgruppe untersucht bioökonomische Strategien für eine nachhaltigere Landwirtschaft. Sie entwickeln dafür Lösungen und Innovationen und berücksichtigen die komplexen Zusammenhänge, Chancen und Konflikte bioökonomischer Transformationsprozesse auf dem Weg hin zu einer nachhaltigeren Landnutzung.

Auswahlkriterien und Verwendung des Preisgeldes

Die Jury legte großen Wert auf die gesellschaftliche Relevanz des Themas, auf die Qualität und Innovativität des Forschungsdesigns sowie den Vorbildcharakter aufgrund ihrer kritischen Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der transformativen Forschung insbesondere im Bereich der Landwirtschaft und der Einbindung und Auseinandersetzung mit ihren Akteuren. Die Jury war sich einig, dass die Arbeit von Jana Zscheischler ein herausragendes Beispiel für ein transdisziplinäres Forschungsprojekt im Kontext der nachhaltigen Landwirtschaft ist.

Jana Zscheischler: "Über diese Auszeichnung freue ich mich wirklich außerordentlich. Das Preisgeld möchte ich voraussichtlich dafür nutzen, um einen transdisziplinären Prozess zum sozial-verantwortlichen Umgang mit digitalen Daten in der Landwirtschaft zu unterstützen."

Am 6. Oktober 2020 wird der Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" im Rahmen der "Darmstädter Tage der Transformation" um 16:00 Uhr im Schader-Forum, Goethestraße 2, in Darmstadt offiziell verliehen. Die Teilnahme ist auch virtuell möglich. Mit den "Darmstädter Tagen der Transformation" hat die Schader-Stiftung ein Format zu Themen der transformativen Forschung und Wissenschaft etabliert.

Über die Preisträgerin Jana Zscheischler

Die Wissenschaftlerin studierte Kommunikationswissenschaften (M.A.) an der Technischen Universität Berlin und Umweltschutz (M.Sc.) an der Universität Rostock. Sie hat ihre Promotion zum Thema „Transdisciplinary Research in the Field of Land Use Science“ am Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin mit summa cum laude abgeschlossen und habilitiert aktuell zum Thema "Innovations for Sustainable Land Management". Als Sprecherin der Early Career Scientists in Future Earth setzt sie sich zudem auf akademischer Ebene für eine strukturelle Stärkung der transformativen Nachhaltigkeitsforschung ein. Die Wissenschaftlerin arbeitet seit 2010 am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. und ist dort Co-Leiterin der BMBF-finanzierten Nachwuchsforschergruppe "BioKum".

Die siebenköpfige Jury

  • Prof. Dr. Claudia Hornberg Universität Bielefeld, Professorin Fakultät für Gesundheitswissenschaften; Umwelt und Gesundheit
  • Prof. Dr. Heike Köckler Hochschule für Gesundheit, Dekanin Department of Community Health, Professorin Sozialraum und Gesundheit
  • Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras Universität Hildesheim, Professorin am Institut für Biologie und Chemie; AG Ökologie und Umweltbildung
  • Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich
  • Dr. Volker Meyer-Guckel Stifterverband, stellvertretender Generalsekretär und Mitglied der Geschäftsleitung, Leiter des Bereichs Programm und Förderung
  • Prof. Dr. Roland Scholz Donau-Universität Krems, Chief Senior Scientist und Gastprofessor
  • Dr. Steffi Ober Initiatorin und Leiterin der zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende

Über den Forschungspreis

Der Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" zielt auf alle Formen der Forschung ab, die gesellschaftliche Impulse auslöst, gesellschaftlichen Wandel fördert und dabei die Zivilgesellschaft mit einbezieht. Eine bedeutende Rolle spielen dabei transdisziplinäre Forschungsdesigns. Dotiert ist der Preis mit 25.000 Euro. Dieses Geld kommt Preisträgerinnen und Preisträgern für Projektideen im Bereich ihrer transformativen Wissenschaft zugute. Neben dem Preisgeld erhält das Gewinnerteam eine Skulptur, die aus den Stahl-Schienen der im Jahr 1898 erbauten Wuppertaler Schwebebahn geschmiedet wurde.

 

Gemeinsame Pressemitteilung

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
VisdP: Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer
Kontakt: Christin Hasken, Leitung Kommunikation
Tel.: +49 202 2492-187
Fax: +49 202 2492-108
E-Mail: christin.hasken@wupperinst.org

Deutsches Stiftungszentrum im Stifterverband
Kontakt: Anke Meis, Leiterin Kommunikation und Marketing
Tel.: +49 201 8401-204
E-Mail: anke.meis@stifterverband.de

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.
Kontakt: Hendrik Schneider, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 33432 82-405
E-Mail: public.relations@zalf.de

Schader-Stiftung
Kontakt: Peter Lonitz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 6151 1759-17
E-Mail: Lonitz@schader-stiftung.de


Pressebilder

Gewinnerin
Dr. Jana Zscheischler, Projektleiterin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V., gewinnt den mit 25.000 Euro dotierten Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" 2020. ?Quelle: Katharina Richter/ZALF

Monofunktionale Agrarlandschaft
Das Foto zeigt eine durch intensive Weidewirtschaft geprägte, monofunktionale Agrarlandschaft mit großem Wasserbedarf, die maschinell bewässert wird.? Quelle: Jana Zscheischler/ZALF

Skulptur aus Stahlschienen
Neben dem Preisgeld von 25.000 Euro erhält die Gewinnerin eine Skulptur, die aus den Stahl-Schienen der im Jahr 1898 erbauten Wuppertaler Schwebebahn geschmiedet wurde. ?Quelle: Wuppertal Institut/S. Michaelis