ForschungspreisTransformativeWissenschaft

Erstmalig wurde 2017 der Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" des Wuppertal Instituts und der Zempelin-Stiftung im Stifterverband ausgelobt. Nun wurde der Preis zum vierten Mal vergeben.

Der Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" zielt auf alle Formen von Forschung ab, die gesellschaftliche Impulse auslösen und fördern und dabei die Zivilgesellschaft einbeziehen. Eine bedeutende Rolle spielen hier transdisziplinäre Forschungsdesigns. Dotiert ist der Forschungspreis mit 25.000 Euro. Dieses Geld kommt Preisträgerinnen und Preisträgern für Projektideen im Bereich ihrer transformativen Wissenschaft zugute. Das Wuppertal Institut vergibt 2020 zum vierten Mal den Forschungspreis, der von der Zempelin-Stiftung im Stifterverband gefördert wird. Die durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft erfolgte Beauftragung, die Preisvergabe des von der Zempelin-Stiftung geförderten Preises für eine "Transformative Wissenschaft" zu koordinieren, versteht das Wuppertal Institut als Anerkennung für seine Leistungen in diesem Feld.

Ausschreibung 2020

Auch in diesem Jahr richtete sich die Ausschreibung an herausragende Forscherinnen und Forscher einer Transformativen Wissenschaft, die mit ihrer Forschung relevante gesellschaftliche Beiträge leisten und sich durch wissenschaftliche Exzellenz auszeichnen. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Zempelin-Stiftung im Stifterverband gefördert.

Transformative Wissenschaft versteht sich als eine Wissenschaft, die mit inter- und transdisziplinären Methoden gesellschaftliche Veränderungen anstößt, begleitet und für die Veränderungsprozesse relevante "Stakeholder empowert". Gesucht waren in diesem Jahr Einzelpersönlichkeiten oder Forschungsteams, die sich in ihrer transformativen Forschung mit Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekten und deren gesellschaftlichen Implikationen beschäftigten und dabei eng mit relevanten Akteuren im Feld zusammenarbeiten.
Das Preisgeld soll dafür genutzt werden, um Freiräume und Ressourcen für die Umsetzung von Projektideen im Bereich transformativer Forschung zu schaffen. Antragsberechtigt waren Forscherinnen und Forscher aus Universitäten sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Eine unabhängige Jury hat die diesjährige Gewinnerin ausgewählt.

Auswahlkriterien

Die Jury bewertete besonders die Qualität und den Innovationsgrad des transformativen Forschungsansatzes sowie die gesellschaftliche Relevanz des Themas. Darüber hinaus waren die transformativen Wirkungen in diesem Jahr maßgebend für die Bewertung.

Gewinnerin 2020

Den Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" 2020 in Höhe von 25.000 Euro erhält Dr. Jana Zscheischler, die die Jury mit ihrem eindrucksvollen transdisziplinären und transformativen Profil, ihren bisherigen akademischen Erfolgen sowie mit ihrer theoretisch fundierten Forschung überzeugte, die sie methodisch und praxisnah umsetzt. Sie hat kontinuierlich, konsequent und in sehr kritischer Form, an der Grenze zwischen Betrachtung/Analyse und Handeln im Bereich der transdisziplinären Methodik gearbeitet und hierzu publiziert. Besonders hervorzuheben ist ihre Arbeit zu zukünftigen Potenzialen im nachhaltigen Landmanagement.
Jana Zscheischler: "Über diese Auszeichnung freue ich mich wirklich außerordentlich. Das Preisgeld möchte ich voraussichtlich dafür nutzen, um einen transdisziplinären Prozess zum sozial-verantwortlichen Umgang mit digitalen Daten in der Landwirtschaft zu unterstützen."

Jana Zscheischler
Dr. Jana Zscheischler, Projektleiterin am Leibniz-Zenrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V., gewinnt den mit 25.000 Euro dotierten Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ 2020. Quelle: Katharina Richter/ZALF

Die Wissenschaftlerin vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. ist Co-Leiterin der BMBF-finanzierten Nachwuchsforschergruppe "BioKum – Kumulative Wirkungen bioökonomischer Strategien für eine nachhaltigere Landwirtschaft". Die Nachwuchsgruppe untersucht bioökonomische Strategien für eine nachhaltigere Landwirtschaft. Sie entwickeln dafür Lösungen und Innovationen und berücksichtigen die komplexen Zusammenhänge, Chancen und Konflikte bioökonomischer Transformationsprozesse auf dem Weg hin zu einer nachhaltigeren Landnutzung.

Die Wissenschaftlerin studierte Kommunikationswissenschaften (M.A.) an der Technischen Universität Berlin und Umweltschutz (M.Sc.) an der Universität Rostock. Sie hat ihre Promotion zum Thema "Transdisciplinary Research in the Field of Land Use Science" am Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin mit summa cum laude abgeschlossen und habilitiert aktuell zum Thema "Innovations for Sustainable Land Management". Als Sprecherin der Early Career Scientists in Future Earth setzt sie sich zudem auf akademischer Ebene für eine strukturelle Stärkung der transformativen Nachhaltigkeitsforschung ein.

Monofunktionale Agrarlandschaft mit großem Wasserbedarf
Das Foto zeigt eine durch intensive Weidewirtschaft geprägte, monofunktionale Agrarlandschaft mit großem Wasserbedarf, die maschinell bewässert wird.Quelle: Jana Zscheischler/ZALF
Die siebenköpfige Jury
  • Prof. Dr. Claudia Hornberg
    Universität Bielefeld, Professorin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften; AG 7 Umwelt und Gesundheit
  • Prof. Dr. Heike Köckler
    Hochschule für Gesundheit, Dekanin im Department of Community Health, Professorin Sozialraum und Gesundheit
  • Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras
    Universität Hildesheim, Professorin am Institut für Biologie und Chemie; Ökologie und Umweltbildung
  • Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt
    Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich
  • Dr. Volker Meyer-Guckel
    Stifterverband, stellvertretender Generalsekretär und Mitglied der Geschäftsleitung, Leiter des Bereichs Programm und Förderung
  • Prof. Dr. Roland Scholz
    Donau-Universität Krems, Chief Senior Scientist und Gastprofessor Department für Wissens- und Kommunikationsmanagement
  • Dr. Steffi Ober
    Initiatorin und Leiterin "Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende"
Über den Forschungspreis

Der Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" zielt auf alle Formen der Forschung ab, die gesellschaftliche Impulse auslöst, gesellschaftlichen Wandel fördert und dabei die Zivilgesellschaft mit einbezieht. Eine bedeutende Rolle spielen dabei transdisziplinäre Forschungsdesigns. Dotiert ist der Preis mit 25.000 Euro. Dieses Geld kommt Preisträgerinnen und Preisträgern für Projektideen im Bereich ihrer transformativen Wissenschaft zugute. Neben dem Preisgeld erhält das Gewinnerteam eine Skulptur, die aus den Stahl-Schienen der im Jahr 1898 erbauten Wuppertaler Schwebebahn geschmiedet wurde.