Mit dem Wandel des weltweiten Klimas verändern sich die Lebensbedingungen für die Menschen. Kürzlich hat der Internationale Gerichtshof (IGH) in einem Gutachten "saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt" als Menschenrecht bezeichnet. Unternehmen Staaten nicht genug gegen den Klimawandel, könnten geschädigte Länder sogar Anspruch auf Reputation geltend machen. Dies begründet der IGH damit, dass Menschen ein Recht auf eine Umwelt haben, die ihnen ihr Leben ermöglicht. Mit diesem Verfahren am IGH hat es der Klimaschutz bis in einen der höchsten Gerichtssäle der Welt geschafft. Aber schon vorher wurde auf unterschiedlichen Instanzen und vor verschiedenen Gerichten zum Thema Klima geklagt.
Alexandra Endres und Giacomo Sebis, die beiden Gäste in der neuen Podcastepisode von Zukunftswissen.fm, sind optimistisch, dass die Gerichtssäle zu einem zentralen Schauplatz des Klimaschutzes werden können. Endres ist Autorin und Journalistin – unter anderem für Die Zeit und Table.Briefings. Zusammen mit der Rechtsanwältin und Richterin Roda Verheyen schrieb sie das Buch "Wir alle haben ein Recht auf Zukunft: Eine Ermutigung". Giacomo Sebis ist Researcher im Forschungsbereich Zirkulärer Wandel am Wuppertal Institut und beschäftigt sich vor allem mit juristischen Fragestellungen rund um Nachhaltigkeit, Umwelt-, Klima- und Menschenrechtsschutz. Gerade weil immer mehr Urteile betonen, dass Klimaschutz eine wichtige staatliche Pflicht ist, werde die Rechtssprechung als Instrument des Klimaschutzes immer wichtiger: "Mit jedem Gerichtsurteil gewinnt die Seite, die für mehr Klimaschutz kämpft, stärkere Argumente hinzu," betont Endres. So würden die Argumente des IGH-Gutachtens nun sicherlich in kommende Verfahren auf nationaler Ebene einfließen.
Giacomo Sebis ergänzt, dass Klimaklagen deshalb so spannend seien, weil sich immer deutlicher herausstelle, dass sie ein sehr gut funktionierendes Instrument seien, um in Rechtsstaaten den Klimaschutz voranzubringen. "Daraus lässt sich unglaublich viel Motivation ziehen, sich erstmal an einer Klimaklage zu beteiligen oder sich mit Klimaklagen zu beschäftigen – auch aus wissenschaftlicher Perspektive," resümiert der Wissenschaftler.
Gemeinsam diskutieren die beiden auch darüber, ob sich Gerichte aller Instanzen Klimaklagen überhaupt leisten können, die Verfahren schnell genug gehen und welche Konsequenzen sie haben können. Daneben tauschen sie sich über die aktuell wichtigsten Verfahren aus, wie etwa die Klage des peruanischen Bauern Saúl Luciano Lliuya vor dem Oberlandesgericht Hamm gegen RWE.
Diese Folge und alle vergangenen sind kostenfrei auf Spotify, Apple Podcasts und Podcast.de sowie über die Website des Wuppertal Instituts zu hören.
Cookie-Einstellungen
Cookies helfen uns, die Website für Sie ständig zu verbessern. Mit dem Klick auf den Button "Zustimmen" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf Mehr über die Verwendung und Ablehnung von Cookies.