Re:use, Re:think, Re:volution: Endlos gut - warum die Zukunft im Kreis läuft

Circular-Economy-Booksprint bündelt 23 Fachbeiträge zu einer umfassenden Vision für Kreislaufwirtschaft in Deutschland

  • News 08.09.2025

Individuelle Anstrengungen und isolierte Initiativen reichen nicht: Um die Circular Economy effektiv in die Umsetzung zu bringen, braucht es Austausch, Vernetzung und gemeinsame Gestaltungskraft. Vor diesem Hintergrund haben sich Kreislaufwirtschafts-Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengefunden – mit dem Ziel, die vielen bereits erfolgreich laufenden Circular-Economy-Projekte vorzustellen, mögliche Synergieeffekte aufzuzeigen und eine kollektive Stimme zu erheben, die auch in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Gehör findet. In Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung ist jetzt das Buch "Re:use, Re:think, Re:volution: Endlos gut – warum die Zukunft im Kreis läuft" entstanden. Es bündelt 23 Fachbeiträge zu verschiedenen Aspekten der Kreislaufwirtschaft in sechs übergeordneten Kapiteln:

  • Kreislaufwirtschaft neu denken: Strategien und Rahmenbedingungen
  • Innovation und Technologie als Treiber der Circular Economy
  • Zusammenarbeit und Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Zukunft
  • Regulierungen, Anreize und Marktmechanismen
  • Circular Economy in der Praxis: Erfolgsfaktoren und Umsetzung
  • Regionale Ansätze

Auch Forschende des Wuppertal Instituts haben zwei Beiträge beigesteuert: zu hybriden Geschäftsmodellen im zirkulären Wandel und zu effizienten Anreizen für den Einsatz von Rezyklaten.

Hybride Geschäftsmodelle – Schnittmenge zwischen Start-ups und etablierten Konzernen

Dr. Imke Schmidt, Co-Leiterin des Forschungsbereichs Zirkulärer Wandel am Wuppertal Institut, und Dr. Alexandra Palzkill, Researcherin aus demselben Forschungsbereich, sind mit dem Beitrag "Hybride Geschäftsmodelle im zirkulären Wandel" vertreten: Anhand der 10 R-Strategien – Refuse, Rethink, Reduce, Reuse, Repair, Refurbish, Remanufacture, Repurpose, Recycle und Recover – umreißen sie die Herausforderungen, die sich für Unternehmen aus der Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft ergeben. Schmidt und Palzkill beschreiben diese Herausforderungen als zwei Seiten einer Medaille: Während große, etablierte Unternehmen gewohnte und bis dato erfolgreiche Pfade verlassen müssten, um weiterhin resilient agieren zu können, müssten Start-ups und kleinere Unternehmen nicht zu ihnen passende Strukturen mit ihren eigenen verknüpfen, so die Wissenschaftler*innen. Gleichzeitig heben sie auch gemeinsame Chancen hervor: Unternehmen, die diese unterschiedlichen Anforderungen in zirkulären, hybriden Geschäftsmodellen verknüpften, höben das Potenzial für Innovation, das in einer nachhaltigen Transformation liege – und sicherten sich so handfeste Wettbewerbsvorteile, unabhängig von ihrer Größe und dem bisherigen Geschäftsmodell.

Rezyklat-Zertifikate nach dem Vorbild des europäischen Emissionshandels

Im Beitrag "Effiziente Anreize für den Einsatz von Rezyklat: Das Konzept handelbarer Rezyklat-Zertifikate" erläutern Prof. Dr. Henning Wilts, Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut, und Francesco Ferraresi von der TU München die Idee einer Mindestrezyklatenquote nach Vorbild des europäischen Emissionshandels. Die Grundidee: Analog zum Handel mit Emissionsrechten soll ein Markt für sogenannte Tradeable Recyclat Certificates, kurz TRCs, geschaffen werden. Statt also die einzelnen Unternehmen zu Mindestrezyklatanteilen zu verpflichten, sollen durch handelbare Rezyklat-Zertifikate Anreize geschaffen werden, Rezyklate genau dort einzusetzen, wo es volkswirtschaftlich am sinnvollsten ist.

In ihrem Beitrag wollen Wilts und Ferraresi vor allem die zentralen offenen Fragen aufzeigen, die bis zur Umsetzung beantwortet werden müssen. Dazu erläutern sie zuerst den Ausgangspunkt und Elemente des Konzepts sowie die bisher formulierten Kritikpunkte. Anschließend beschreiben sie die zentralen Stellschrauben, die aus ihrer Sicht entscheidend sind, um Chancen und Risiken abwägen zu können. In ihrem Fazit benennen sie die notwendigen nächsten Schritte hin zur Umsetzung.

Das Buch "Re:use, Re:think, Re:volution: Endlos gut – warum die Zukunft im Kreis läuft" steht über den folgenden Link kostenfrei zum Download bereit.


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