Städte sind Lebensräume voller Gegensätze. Sie bieten Chancen, Arbeitsplätze und kulturelle Vielfalt. Doch sie sind auch geprägt von sozialen Ungleichheiten: Vor allem in Großstädten gibt es häufig Viertel, in denen sich einkommensschwache Haushalte konzentrieren, ebenso wie Stadtteile, in denen vor allem wohlhabende Menschen leben. Diese räumliche Trennung von Menschen mit unterschiedlichen Einkommen innerhalb einer Stadt nennt sich Armutssegregation. Sie hat verschiedene Ursachen – etwa Unterschiede bei Mietpreisen oder der Infrastruktur.
Dabei stellen sich die Fragen, ob und inwiefern auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Und ob Belastungen wie Hitze, die nachweislich negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben, Einfluss auf die Wohnortwahl haben – und damit auf die Armutssegregation. Diesen Fragen widmete sich Franziska Pennekamp in der Wuppertaler Studienarbeit "Lokale Umweltbelastungen und Armutssegregation: eine räumliche Analyse für Bochum". Dazu hat sie verschiedene Datensätze kombiniert und mit einem räumlichen Regressionsmodell ausgewertet, das auch Nachbarschaftseffekte und den Zusammenhang der Faktoren untereinander berücksichtigt.
Relevant waren insbesondere die drei Umweltfaktoren Lärmbelästigung, Luftverschmutzung und Hitzetage: "Diese drei Faktoren haben die größten negativen Auswirkungen auf unsere Gesundheit und lassen sich gut messen und miteinander vergleichen", erklärt Franziska Pennekamp, Autorin der Wuppertaler Studienarbeit. "Trotzdem ist die Zusammenstellung und Aufbereitung der spezifischen Daten für Bochum nicht trivial, denn sie müssen sowohl feingliedrig vorliegen als auch in einheitliche Flächen umgerechnet werden, um vergleichbar zu sein."
Ihre Untersuchung macht deutlich, dass Umweltfaktoren ein eigenständiges Risiko für Armutssegregation darstellen und stadtspezifisch bei der Stadtentwicklung berücksichtigt werden sollten. Pennekamp empfiehlt deshalb in benachteiligten Stadtgebieten Maßnahmen gegen Hitze, Lärm und Luftverschmutzung. Für Bochum ergibt sich daraus der Bedarf einer gesundheitssensiblen Stadtentwicklung, insbesondere entlang der West-Ost-Achse. "Maßnahmen sind zum Beispiel Luftschneisen, eine intensive Begrünung und Wasserflächen", ergänzt Pennekamp. Außerdem empfiehlt sie eine präzisere und regelmäßige Messung der Umweltbelastungen für weitergehende Forschungsarbeiten.
In der Reihe "Wuppertaler Studienarbeiten zur nachhaltigen Entwicklung" werden herausragende wissenschaftliche Diplom-, Master- oder Staatsexamensarbeiten publiziert, die im Rahmen der Nachhaltigkeitsforschung am Wuppertal Institut entstanden sind.
Die Wuppertaler Studienarbeit "Lokale Umweltbelastungen und Armutssegregation: eine räumliche Analyse für Bochum" (Nr. 35) ist auf dem Publikationsserver kostenfrei verfügbar.
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