Mit den Beschlüssen im Rahmen der Weltklimakonferenz 2024 in Baku zur Umsetzung von Artikel 6 hat der Paris Agreement Crediting Mechanism (PACM) einen entscheidenden Schritt in Richtung Umsetzung gemacht. Diese Entwicklung geht einher mit der wachsenden politischen Aufmerksamkeit, die die großen Weltwirtschaften den internationalen Marktmechanismen widmen. Zuletzt hat die Europäische Union (EU) in ihrem aktuellen Ziel für 2040 angekündigt, dass sie zur Erreichung ihrer ehrgeizigen Ziele auf Märkte zurückgreifen will, wobei sie betont, dass diese strengen Standards entsprechen müssen. Konkret hat die EU ihr NDC-Ziel für 2035 so formuliert, dass es "einen angemessenen Beitrag hochwertiger internationaler Gutschriften gemäß Artikel 6 des Pariser Abkommens in einer Weise, die sowohl ambitioniert als auch kosteneffizient ist" umfasst, um das Ziel für 2040 zu erreichen (EU 2025).
Für die Nutzung solcher Zertifikate sind hohe Qualitätsstandards entscheidend – darunter die Sicherstellung der Ambitionssteigerung, eine robuste Buchhaltung sowie die Förderung von nachhaltiger Entwicklung. Mit dem Sustainable Development Tool von Artikel 6.4 des Paris Abkommens soll sichergestellt werden, dass die Projektaktivitäten, die den Zertifikaten zugrunde liegen, zu nachhaltiger Entwicklung beitragen.
Im Bericht fassen die Autor*innen erste Erkenntnisse aus der Anwendung des Tools für nachhaltige Entwicklung (SD-Tool) von Artikel 6.4 des Pariser Abkommens zusammen. Ziel des Tools ist es, zunächst zu überprüfen, ob die Emissionsminderungs-Aktivitäten unter Artikel 6.4 mögliche Risiken für Mensch oder Umwelt bergen und Maßnahmen zur Risikominimierung zu entwickeln. Darüber hinaus müssen Projektentwickler*innen die positiven und negativen Auswirkungen des Projektes auf nachhaltige Entwicklung systematisch erfassen und dies konkret auf die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) anwenden. Im Report analysieren die Autor*innen dafür drei erste Anwendungsfälle des SD-Tools und erfassen erste Erkenntnisse daraus systematisch. Die Fälle umfassen eine Emissionsminderungs-Aktivität unter Artikel 6 in Sambia, sowie Aktivitäten, die vormals unter dem Clean Development Mechanism (CDM) registriert waren und nun unter dem neuen Paris Agreement Mechanism (PACM) stattfinden sollen. Zu den Autor*innen gehören seitens des Wuppertal Instituts Christof Arens und Juliane Schell aus dem Forschungsbereich Internationale Klimapolitik, als auch Karen Holm Olsen, Senior Researcher beim UNEP Copenhagen Climate Center. Sie identifizieren zentrale Herausforderungen in der Anwendung des Tools – darunter die ressourcenintensive Datenerhebung, die Entwicklung von Indikatoren für nachhaltige Entwicklung auf der Projektebene, die geringe Digitalisierung des Tools, sowie weitere technische Herausforderungen. Basierend auf den Erfahrungswerten aus den ersten Anwendungen des SD-Tools, werden in dem Bericht außerdem praxisrelevante Änderungsbedarfe des SD-Tools für Entscheidungsträger*innen erfasst.
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