Steigende Anforderungen an Klimaschutz, Luftreinhaltung und Versorgungssicherheit erhöhen den Druck, die Energieversorgung im Gebäudebereich neu zu denken. Gerade für Mehrfamilienhäuser werden Lösungen gebraucht, die erneuerbare Energien effizient integrieren und zugleich zu einer emissionsarmen Energieversorgung beitragen.
Mit dem Ende März 2026 abgeschlossenen Horizon-Europe-Projekt Micro-Bio-CHP liegt hierzu ein weiterer Baustein vor. Ziel des Projekts war die Entwicklung eines neuartigen, hocheffizienten Energieversorgungssystems auf Basis erneuerbarer Energien, das eine nahezu energieautarke Versorgung von Mehrfamilienhäusern mit Wärme und Strom sowie mit Blick auf Elektromobilität ermöglichen soll. Das Projekt lief von Oktober 2022 bis März 2026 und wurde von der Bios Bioenergiesysteme GmbH koordiniert.
Kern des Systems ist eine biomassebasierte Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungs-Technologie, die Biomassevergasung, Gasreinigung, eine Festoxid-Brennstoffzelle (engl. Solid Oxide Fuel Cell, SOFC), Photovoltaik und Energiespeicher kombiniert. Das System verursacht nahezu keine Emissionen von Kohlenstoffmonoxid (CO), organischen gasförmigen Verbindungen (OGC) und Staub; zugleich sind die Stickoxid-Emissionen (NOx) deutlich reduziert. Die Technologie wurde im Projekt unter anwendungsnahen Bedingungen erprobt und erreichte am Projektende Technologiereifegrad 5 (Technology Readiness Level, TRL 5).
Das Wuppertal Institut war im Projekt insbesondere für die Umwelt-Wirkungsanalyse, die übergreifende Folgenabschätzung sowie die Koordinierung der Kommunikationsmaßnahmen zuständig. Zudem organisierten die Forschenden gemeinsam mit den Projektpartner*innen den internationalen Abschluss-Workshop, bei dem die Ergebnisse am 25. März 2026 online vor rund 50 Teilnehmenden aus Forschung, Industrie und Politik präsentiert wurden.
"Micro-Bio-CHP hat gezeigt, welches Potenzial in der Kombination aus Biomassevergasung, Brennstoffzelle, Photovoltaik und Speicher für die Versorgung von Mehrfamilienhäusern steckt. Aus unserer Sicht kommt es nun darauf an, die Technologie unter realen Anwendungsbedingungen weiter zu erproben und die Ergebnisse für weitere Demonstrations- und Umsetzungsschritte nutzbar zu machen", sagt Thomas Götz, Co-Leiter des Forschungsbereichs Energiepolitik am Wuppertal Institut.
Die Vortragsfolien sowie weitere Publikationen aus dem Projekt stehen auf der Projektwebsite bereit. Das Vorhaben wurde im Rahmen von Horizon Europe (Grant Agreement Nr. 101083409) gefördert.
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