Gleichstellung fördern im Rahmen einer gerechten Energiewende

Globales Netzwerktreffen zu (Geschlechter-)Gerechtigkeit und Energiewende: Ungleichheiten und inklusive Lösungswege

  • News 05.05.2026

Welche geschlechtsspezifischen und intersektionalen Auswirkungen, Herausforderungen und Chancen müssen bei einer gerechten Energiewende beachtet werden – speziell in Kohleausstiegsregionen? Mit dieser Frage befassen sich Forschende des Wuppertal Instituts im Rahmen des Projekts "IKI JET – Innovationsregionen für eine gerechte Energiewende". Dazu führten sie regionale Untersuchungen durch und brachten in einer Reihe von internationalen Webinaren führende Expert*innen zusammen, um die Schnittstelle zwischen Gender und Energiewende in kohleabhängigen Regionen zu untersuchen. Die Veranstaltungen richteten sich vor allem an Teilnehmende aus Indonesien und Kolumbien und ermöglichten einen intensiven Wissensaustausch sowie gegenseitiges Lernen.

Jedes Webinar wurde von einem der Projektpartner moderiert und widmete sich einem spezifischen Themenschwerpunkt:

  • Forschende des indonesischen Dala Instituts leiteten die erste Sitzung zum Thema Gender und sich überschneidenden Ungleichheiten im Kontext des Kohleausstiegs.
  • In der zweiten Sitzung, moderiert von Forschenden des Stockholm Environment Instituts (SEI), untersuchten die Teilnehmenden geschlechtsspezifische Folgen des Kohleabbaus und intersektionale Auswirkungen der Ausstiegsprozesse.
  • Das dritte Webinar behandelte die nachhaltige Regionalentwicklung in Ost-Kalimantan, einem der bedeutendsten Kohleabbaugebiete Indonesiens, sowie Möglichkeiten für eine inklusivere Energiewende. Es wurde von Expert*innen des indonesischen SMERU Research Instituts geleitet.

Alle Sitzungen folgten einem interaktiven Format, das Fachvorträge, Arbeitsgruppendiskussionen und Plenumsgespräche verband. Dies ermöglichte den Teilnehmenden, über allgemeine Debatten hinauszugehen und sich vertieft mit komplexen, oft vernachlässigten Aspekten einer gerechten Energiewende auseinanderzusetzen.
Im Verlauf der Veranstaltungsreihe zeigten sich in den Diskussionen immer wieder Spannungen zwischen den Rahmenbedingungen für Gleichstellung und ihrer praktischen Umsetzung vor Ort: Die Expert*innen identifizierten strukturelle Hindernisse, etwa den begrenzten Zugang zu Ressourcen, die Unterrepräsentation marginalisierter Gruppen oder tief verwurzelte soziale Normen. Ihr Fazit: Ohne gezielte Gegenmaßnahmen drohen diese Herausforderungen bestehende Ungleichheiten im Rahmen der Energiewende weiter zu verschärfen.
Darauf aufbauend diskutierten die Teilnehmenden über Ansätze, um die Rolle von Frauen in aufstrebenden Sektoren zu stärken – etwa in der Landwirtschaft oder bei kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU). Jedoch sind dafür laut den Forschenden passende Rahmenbedingungen und institutionelle Unterstützung notwendig. Als zentrale Prioritäten wurden die Förderung inklusiver Partizipation sowie die Überwindung institutioneller Blindstellen hervorgehoben.

Ein zentrales Ergebnis der Veranstaltungsreihe war die Gründung eines internationalen Netzwerks von Expert*innen, die sich mit Gender-Fragen und Just Transition befassen. Der Austausch förderte nicht nur die Zusammenarbeit, sondern stärkte auch die regionale Expertise und ermöglichte einen nachhaltigen Wissensaustausch.

Das Wuppertal Institut organisierte die globalen Netzwerkaktivitäten im Rahmen des Projekts IKI JET.


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