In weiten Teilen Deutschlands – vor allem in kleineren Städten und ländlichen Räumen – ist eine leitungsgebundene Wärmeversorgung oft unwirtschaftlich. Der Erfolg der Wärmewende hängt dort maßgeblich von dezentralen Lösungen auf Einzelgebäudeebene oder in Mikronetzen ab.
Im Projekt "3-3-1" erarbeiten die Projektpartner*innen daher modular nutzbare Strategien für die Wärmewende, die sowohl Nachbarschaftshilfe und Eigenleistung einbinden als auch ein sozio-technisches Umsetzungsregime für den Transfer zwischen Quartieren etablieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Ansätzen mit hoher Finanzierbarkeit, um die entwickelten Strategien auch für Haushalte mit geringen Einkommen und Rücklagen nutzbar zu machen.
Durch einen strukturierten Quervergleich und die Modellierung systemischer Wechselwirkungen analysieren die Forschenden Synergien, Zielkonflikte sowie das Zusammenspiel aus kommunaler Steuerung und privater Investitionsbereitschaft. Begleitend identifizieren sie Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren, um die sozio-ökonomischen Auswirkungen sowie Multiplikatoreffekte der Maßnahmen abschätzen und die Ergebnisse zielgruppenspezifisch verbreiten zu können.
Das Projektteam des Wuppertal Instituts übernimmt dabei im Tandem mit der Stadt Geldern die zentrale Koordination und Co-Projektleitung. Das Teilvorhaben des Wuppertal Instituts adressiert die bestehenden Herausforderungen als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischem Transfer. Kern der Arbeit ist die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des lokalen Transformationsprozesses.
Da Kommunen oft nicht die nötigen personellen Kapazitäten besitzen, übernimmt das Wuppertal Institut neben tiefgreifenden Analysen auch weite Teile der Konzeptentwicklung.
Durch einen Citizen-Science-Ansatz werden Bürger*innen aktiv in die Mitgestaltung und Datengenerierung eingebunden. Hierbei untersuchen und aktivieren die Forschenden Veränderungsbereitschaften in den Pilotquartieren in Geldern (Top-down) und Essen (Bottom-up). Das Wuppertal Institut stellt zudem Ressourcen bereit, um eine repräsentative Teilhabe zu gewährleisten, auch für vulnerable Gruppen. Die Forschung verbindet technische Optionen konsequent mit sozialen Fragen der Quartiersentwicklung, wie demografischem Wandel, Flächeneffizienz und Barrierefreiheit.
Durch "Sprechstunden" für Kommunen, Open-Access-Publikationen und praxisnahe Planungshilfen wird eine schnelle Übertragbarkeit auf andere Quartiere angestrebt. Das Ziel ist, die Umsetzungschancen von Kommunen nachhaltig zu steigern und praxiserprobte Blaupausen für einen schnellen Rollout der dezentralen Wärmewende bereitzustellen.
Im Einzelnen sind die Forschenden des Wuppertal Instituts für die folgenden Aufgaben zuständig:
Cookie-Einstellungen
Cookies helfen uns, die Website für Sie ständig zu verbessern. Mit dem Klick auf den Button "Zustimmen" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf Mehr über die Verwendung und Ablehnung von Cookies.