3-3-1

Vom Plan zur Wende: 3 Räume – 3 Strategien – 1 Ziel – Teilvorhaben: Tandemkoordination, wissenschaftliche Begleitung und Unterstützung bei der Wärmewende auf Quartiersebene

  • Projekt-Nr. 254014
  • Laufzeit 07/2026 - 12/2028

In weiten Teilen Deutschlands – vor allem in kleineren Städten und ländlichen Räumen – ist eine leitungsgebundene Wärmeversorgung oft unwirtschaftlich. Der Erfolg der Wärmewende hängt dort maßgeblich von dezentralen Lösungen auf Einzelgebäudeebene oder in Mikronetzen ab.

Im Projekt "3-3-1" erarbeiten die Projektpartner*innen daher modular nutzbare Strategien für die Wärmewende, die sowohl Nachbarschaftshilfe und Eigenleistung einbinden als auch ein sozio-technisches Umsetzungsregime für den Transfer zwischen Quartieren etablieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Ansätzen mit hoher Finanzierbarkeit, um die entwickelten Strategien auch für Haushalte mit geringen Einkommen und Rücklagen nutzbar zu machen.

Durch einen strukturierten Quervergleich und die Modellierung systemischer Wechselwirkungen analysieren die Forschenden Synergien, Zielkonflikte sowie das Zusammenspiel aus kommunaler Steuerung und privater Investitionsbereitschaft. Begleitend identifizieren sie Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren, um die sozio-ökonomischen Auswirkungen sowie Multiplikatoreffekte der Maßnahmen abschätzen und die Ergebnisse zielgruppenspezifisch verbreiten zu können.

Das Projektteam des Wuppertal Instituts übernimmt dabei im Tandem mit der Stadt Geldern die zentrale Koordination und Co-Projektleitung. Das Teilvorhaben des Wuppertal Instituts adressiert die bestehenden Herausforderungen als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischem Transfer. Kern der Arbeit ist die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des lokalen Transformationsprozesses.

Da Kommunen oft nicht die nötigen personellen Kapazitäten besitzen, übernimmt das Wuppertal Institut neben tiefgreifenden Analysen auch weite Teile der Konzeptentwicklung. 

Durch einen Citizen-Science-Ansatz werden Bürger*innen aktiv in die Mitgestaltung und Datengenerierung eingebunden. Hierbei untersuchen und aktivieren die Forschenden Veränderungsbereitschaften in den Pilotquartieren in Geldern (Top-down) und Essen (Bottom-up). Das Wuppertal Institut stellt zudem Ressourcen bereit, um eine repräsentative Teilhabe zu gewährleisten, auch für vulnerable Gruppen. Die Forschung verbindet technische Optionen konsequent mit sozialen Fragen der Quartiersentwicklung, wie demografischem Wandel, Flächeneffizienz und Barrierefreiheit.

Durch "Sprechstunden" für Kommunen, Open-Access-Publikationen und praxisnahe Planungshilfen wird eine schnelle Übertragbarkeit auf andere Quartiere angestrebt. Das Ziel ist, die Umsetzungschancen von Kommunen nachhaltig zu steigern und praxiserprobte Blaupausen für einen schnellen Rollout der dezentralen Wärmewende bereitzustellen.

Im Einzelnen sind die Forschenden des Wuppertal Instituts für die folgenden Aufgaben zuständig:

  • Entwicklung eines Analyserasters zum Quervergleich zwischen den einzelnen Quartieren
  • Identifikation von Synergien und potenziellen Zielkonflikten zwischen Quartiersentwicklung und Wärmewende
  • Entwicklung eines Konzepts für ein sozio-technisches Umsetzungsregime (Transition Management)
  • Entwicklung eines modularen Konzepts zur Einbindung von Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe bei der Umsetzung von Wärmewende-Maßnahmen auf lokaler Ebene (Sanierung, gemeinschaftliche Wärmeversorgung, etc.)
  • Vernetzungsaktivitäten zwischen den Quartieren und insbesondere die Begleitung der Übertragung der entwickelten Lösungsbausteine aus den ersten beiden Quartieren auf die Gemeinde Behlendorf als drittes Quartier
  • Identifikation von Lösungen mit hoher Finanzierbarkeit für Haushalte mit geringem Einkommen und/oder Kapital
  • Mit-Entwicklung eines systemischen Wirkungsgefüges als Simulationsmodell, das die Wechselwirkungen zwischen kommunalen Steuerungsmaßnahmen und privater Investitionsbereitschaft abbildet, beziehungsweise konkret die Identifikation von Gelingens- und Misslingensfaktoren einzelner Beispiele, die Identifikation gelungener Kommunikationsformate für spezifische Zielgruppen und die Analyse sozio-ökonomischer Zusammenhänge und Effekte zwischen Quartieren und Gesellschaft mit Abschätzung der Auswirkungen (Multiplikatoreffekt)
  • Dissemination der Projektergebnisse in Zusammenarbeit mit den Projektpartner*innen, um eine bundesweiten Verwertung zu ermöglichen

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