Zukunft des Car-Sharing in Deutschland

  • Projekt-Nr.3101
  • Laufzeit 01/2003 - 06/2006

Nach bescheidenen Anfängen Ende der 1980er Jahre ist Car-Sharing in Deutschland nicht nur zu einem ernst zu nehmenden Bestandteil des Verkehrsmarktes geworden, sondern hat sich auch in den Nachhaltigkeitskonzepten für den Verkehrsbereich einen festen Platz erobert. Gleichzeitig deuten verschiedene Anzeichen darauf hin, dass Car-Sharing in Deutschland am Beginn einer Umbruchphase steht. Neue Techniken, Angebots- und Organisationsformen und die Erschließung neuer Nutzergruppen könnten Veränderungen der Nutzungsweisen und in der Folge auch der klimawirksamen Emissionen von Car-Sharing nach sich ziehen. Dies gilt sowohl für das dominierende Car-Sharing für Privatkunden wie auch für das Car-Sharing für Betriebe, auf das neuerdings in der Branche zunehmend gesetzt wird. Ende 2001 lag der Anteil der Nutzungsberechtigten aus dem betrieblichen Bereich nach Angaben des Bundesverbandes Car-Sharing noch bei rund 10 Prozent der Nutzungsberechtigten insgesamt. Zukünftig könnten viele der neuen Privatkunden Car-Sharing nicht mehr wie bisher als Alternative zum eigenen Auto sehen, sondern für sich als Möglichkeit entdecken, Wünsche nach zusätzlicher Automobilität zu befriedigen. Auf der anderen Seite könnte die vermehrte Nutzung von Car-Sharing Unternehmen und Organisationen dazu veranlassen, ihre betriebliche Mobilität stärker zu reflektieren.

Die Frage nach den Zukunftsperspektiven von Car-Sharing in Deutschland stellt sich daher neu, nicht nur im Hinblick auf die Marktchancen, sondern auch in Bezug auf die Klimawirksamkeit. Car-Sharing ist - hier bezogen auf die klimarelevanten Effekte - nicht per se ökologisch, sondern nur unter bestimmten Bedingungen.

Ziel der Untersuchung ist eine empirisch begründete Einschätzung der mittelfristigen Perspektiven (2020) von Car-Sharing in Deutschland in den beiden Bereichen Car-Sharing für Privatkunden und Car-Sharing für Betriebe, der mögliche Beitrag zum Klimaschutz und damit seine Rolle innerhalb einer Nachhaltigkeitsstrategie im Verkehr.

Leitfragen des Vorhabens sind:

  • Welche Zukunft hat die Mobilitätsdienstleistung Car-Sharing auf dem deutschen Verkehrsmarkt? Inwieweit und unter welchen Bedingungen ist eine Diffusion wahrscheinlich?
  • Welche verkehrlichen und ökologischen Effekte sind mittelfristig mit Car-Sharing verbunden? Inwieweit sind die ökologischen Effekte (im Saldo) eher (wie bisher) positiv oder eher negativ?
  • Bewegen sich, bezogen auf die mittelfristige Entwicklung der deutschen Pkw-Flotte und die Gesamtverkehrsleistungen im motorisierten Individualverkehr, die verkehrlichen und ökologischen Effekte von Car-Sharing zukünftig in einer bedeutenden Größenordnung?
  • Wie müsste Car-Sharing gestaltet sein, damit die Nutzerzahlen steigen, das Nutzerverhalten jedoch (im Saldo) ökologisch bleibt? Welche Rahmenbedingungen könnten einen in diese Richtung gehenden Prozess unterstützen?

Das bis Juni 2006 laufende Projekt, das sich auf die städtischen Verdichtungsräume konzentriert, wird zusammen mit Partnern von verschiedenen Universitäten bearbeitet. Dem Forschungsteam ist ein Beirat aus Vertreterinnen und Vertretern von Forschungs- und Verkehrsministerium, Car-Sharing-Anbietern und verschiedener Verbände zur Seite gestellt.