ProMoNa

Prosumptionsmodelle und ihre Nachhaltigkeitspotenziale am Beispiel von Ernährung und Bekleidung

  • Projekt-Nr.451310
  • Laufzeit 12/2017 - 02/2019

Die Veränderung aktueller Produktions- und Konsummuster ist für das Erreichen der sozial-ökologischen Nachhaltigkeitsziele, wie zum Beispiel in den Sustainable Development Goals (SDGs) oder der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung (2017), unabdingbar. Als eine mögliche Stellschraube geraten in den letzten Jahren mit- oder selbst produzierende Konsumenten, kurz "Prosumer", in den Blickpunkt von Politik und Forschung. Das Prosumieren zeigt sich nicht nur in der vorrangig unternehmensgesteuerten Beteiligung von Nutzern an Produktions- und Innovationsprozessen oder in einem Outsourcing von Dienstleistungen an Konsumenten, beispielweise Self-Check-In am Flughafen, sondern auch in einem verstärkten Interesse der Konsumenten an Selbstversorgung, Eigenproduktion und Gemeinschaftsaktivitäten. Diese Entwicklung ist auch mit Folgen für die Unternehmen bzw. die Vielfalt wirtschaftlicher Akteurinnen und Akteure verbunden. Einerseits entstehen nicht selten aus organisierten Prosumentengruppen heraus neue Geschäftsmodelle und wirtschaftliche Akteurinnen und Akteure , so etwa Genossenschaften, Solidarische Landwirtschaftshöfe oder Sozialunternehmen, welche die bestehenden Märkte diversifizieren und oftmals weniger monetär ausgerichtet sind als ideellen Motiven folgen. Andererseits reagieren konventionelle Unternehmen zunehmend auf die Eigeninitiative der Konsumenten und die potenziell damit einhergehenden Risiken oder auch (Markt-)Chancen mit neuen bzw. erweiterten Geschäfts- und Marketingstrategien – beispielsweise durch das Angebot von DIY-Anleitungen, Zutaten oder Werkzeug und Material anstelle eines fertigen Produktes. Das Prosumieren unterliegt also einer wechselseitigen Anpassungsdynamik von neuen Wirtschaftsakteurinnen und -akteuren und konventionellen Unternehmen, womit bisher unbekannte Formen der Interaktion und Innovation einhergehen.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt ProMoNa das Phänomen des Prosumierens mit dem Ziel, eine Bewertung ausgewählter Prosumptionsmodelle aus dem Bereich Ernährung und Bekleidung hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitspotenziale vorzunehmen. Den beteiligten Akteurinnen und Akteuren, zu denen neben den Prosumentinnen und Prosumenten selbst auch die Wissenschaft, die Verbraucherpolitik, lokale Institutionen, Gemeinden und Unternehmen gehören, soll ein Überblick über die verschiedenen Prosumptionsmodelle ermöglicht werden. Weiterführend werden die Prosumptionsmodelle systematisiert im Hinblick auf die Ressourcenverbräuche, Treibhausgasemissionen, mögliche Reboundeffekte, Zeitverwendung und monetärer Investitionen zentraler Akteurinnen und Akteure sowie die Wirkungspotenziale zur Umsetzung der SDGs. Das daraus resultierende Bewertungsinstrument soll relevanten Akteurinnen und Akteuren eine Übertragung auf weitere Geschäftsbereiche außerhalb des Ernährungs- und Bekleidungssektors ermöglichen.