CINTRAN

Carbon Intensive Regions in Transition – Unravelling the Challenges of Structural Change

  • Projekt-Nr.251972
  • Laufzeit 05/2020 - 04/2024

Um die Klimaschutzziele der Europäischen Union (EU) sowie die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssen die Stromproduktion auf Grundlage von Kohle und Gas beendet und die von fossilen Brennstoffen abhängigen Industrien dekarbonisiert werden. Diese Industrien sind nicht gleichmäßig über die EU verteilt, sondern konzentrieren sich auf einige wenige kohlenstoffintensive Regionen. In der regionalen Wirtschaft, Arbeitsmärkten sowie sozialen, politischen, kulturellen und demographischen Zusammensetzung der Regionen wird die Dekarbonisierung zu tiefgreifenden strukturellen Veränderungen führen. Wenn diese strukturellen Veränderungen nicht gut begleitet und gestaltet werden, können sie schwerwiegende wirtschaftliche Auswirkungen, gesellschaftliche Umwälzungen, verschärfte soziale Ungleichheiten und Härten nach sich ziehen.

Um solche Folgen zu minimieren, ist es notwendig, die Muster und die Dynamik des durch die Dekarbonisierung angestoßenen Strukturwandels auf regionaler Ebene besser zu verstehen und nachzuvollziehen, welche Parameter das Tempo der Transformation sowie die Fähigkeit der regionalen Akteure bestimmen, sich anzupassen und proaktiv alternative Strukturen zu schaffen.

Das Projekt "Carbon Intensive Regions in Transition – die Herausforderungen des Strukturwandels bewältigen" – kurz CINTRAN – zielt darauf ab, solche Aktivitäten durch integrierte, inter- und transdisziplinäre Forschung in enger Zusammenarbeit mit regionalen Stakeholdern zu ermöglichen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kombinieren quantitative, modellbasierte Forschung mit qualitativen Tiefenanalysen. Bei der qualitativen Forschung konzentrieren sie sich auf vier stark von fossilen Brennstoffen abhängige Regionen: Westmakedonien (Griechenland), Schlesien (Polen), Ida-Virumaa (Estland) und das Rheinische Braunkohlerevier (Deutschland). Die Regionen wurden so ausgewählt, dass sie die Bandbreite einer Vielzahl verschiedener Dimensionen abdecken – Brennstoffe, Stand der wirtschaftlichen Entwicklung, die Diversifizierung der regionalen Wirtschaft, politische Ökonomie und räumliche Zusammensetzung. Diese Vielfalt ermöglicht es den Forschenden, verallgemeinerbare Erkenntnisse über die Muster und Dynamik der Dekarbonisierung und der entsprechenden Strukturanpassungen abzuleiten, die für alle kohlenstoffintensiven Regionen in der EU und ihren Nachbarländern relevant sind.