Globale Bestandsaufnahme unter dem Pariser Klimaabkommen ausgestalten

Start der Diskussionsreihe "iGST Designing a Robust Stocktake Discussion Series"

Publikation
  • News 02.12.2019

Die fünfjährliche Globale Bestandsaufnahme (engl. Global Stocktake, GST) ist eines der Hauptelemente des Pariser Klimaabkommens. Der Zweck des GST ist, die Umsetzung des Pariser Abkommens zu überprüfen, um den kollektiven Fortschritt bei der Erreichung dessen Ziele zu bewerten. Das Ergebnis des GST soll den Vertragsstaaten als Grundlage dienen, um ihre Klimaschutzanstrengungen zu aktualisieren und zu verstärken.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Wuppertal Instituts sind derzeit an zwei Forschungsprojekten beteiligt, die das Potenzial und die Grenzen des GST untersuchen sowie Design-Optionen für seine Umsetzung entwickeln. Die beiden Projekte wurden geleitet von Lukas Hermwille, Projektleiter im Forschungsbereich Internationale Klimapolitik, sowie von Wolfgang Obergassel, Co-Leiter des Forschungsbereichs.

Das erste Projekt "Der Global Stocktake unter dem Übereinkommen von Paris" wurde im Auftrag des Umweltbundesamts gemeinsam mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, dem Öko-Institut sowie dem NewClimate Institute durchgeführt. Die neue Veröffentlichung "Tackling the Challenges of Assessing Collective Progress for an Effective Global Stocktake – Executive Summary" fasst die Hauptergebnisse des zweijährigen Projekts zusammen und bietet eine Vorausschau auf den umfassenden Projektbericht, der Anfang 2020 veröffentlicht werden soll.
In einer Weiterentwicklung dieser Ergebnisse trug das Team zudem zur Initiative für einen unabhängigen Global Stocktake (independent Global Stocktake, iGST) bei. Als Teil der Reihe "iGST Designing a Robust Stocktake" diskutieren Wolfgang Obergassel, Lukas Hermwille, Anne Siemons und Hannah Förster in ihrem Bericht "Success Factors for the Global Stocktake under the Paris Agreement" Optionen, wie sich der potentielle Nutzen des GST maximieren lässt. Der Bericht schlägt drei spezifische Funktionen vor, wie der GST verstärkte Maßnahmen fördern kann:

  • Der GST kann Leitlinien und Signal senden, indem er die Ziele des Pariser Abkommens weiter konkretisiert.
  • Der GST kann zu Transparenz und Verantwortlichkeit beitragen.
  • Der GST kann Wissen und Lernen dazu fördern, wie die Ziele des Pariser Abkommens effektiv erreicht werden können.

Als Teil der iGST-Initiative werden gleichzeitig drei weitere Papiere des NewClimate Institute, Overseas Development Institute (ODI) sowie des Climate Equity Reference Project veröffentlicht:

  • Das Papier des NewClimate Institute entwickelt eine Liste von Fragen zum aktuellen Stand des globalen Klimaschutz, die im Rahmen des GST untersucht werden sollten, und untersucht, in welchem Maße diese Fragen auf Grundlage aktueller Forschung beantwortet werden können.
  • Der Artikel von ODI konzentriert sich darauf, wie Fragen der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen des GST behandelt werden können.
  • Der Artikel des Climate Equity Reference Project diskutiert, wie Gerechtigkeitsfragen in alle Bestandteile des GST integriert werden können.

Der iGST ist eine Initiative zu Forschung und Öffentlichkeitsarbeit, die Klimaforschende, Modellierende und Aktivistinnen und Aktivisten zusammenbringt, um das Pariser Abkommen zu unterstützen. Das Ziel des iGST ist es, den offiziellen Global Stocktake zu unterstützen und seine Genauigkeit, Transparenz und Verantwortlichkeit zu stärken.

Die Initiative startet nun die "iGST Designing a Robust Stocktake Discussion Series". Diese Reihe entwickelt Konturen für einen idealen GST und schlägt Wege vor, wie unabhängige Akteure helfen können, diese Vision zu verwirklichen. Die Papiere sind Teil einer mehrteiligen Forschungsanstrengung, die von der ClimateWorks Foundation organisiert und von sieben Partnerorganisationen durchgeführt wird. Jeder der Partner veröffentlicht seine Ergebnisse als ein Artikel im Rahmen der Diskussionspapiere.