Bewusstsein für ganzheitlichen Klimaschutz schaffen

Wuppertaler Studienarbeit Nr. 20 erschienen

Nachhaltigkeit
  • News 19.03.2020

Trotz eines engen Zusammenhangs zwischen dem Pariser Abkommen und der Agenda 2030 sind Ziele des Klimaschutzes und die der nachhaltigen Entwicklung oft nicht effizient aufeinander abgestimmt. Dies kann zu Konflikten zwischen diesen Zielen führen. In der Wuppertaler Studienarbeit Nr. 20 "Conflicts of Climate Change Mitigation Actions with the Sustainable Development Goals" untersucht Jan-Hendrik Scheyl dieses Thema in seiner Masterarbeit und gibt einen systematischen Überblick über Konflikte. In seiner Literaturrecherche im "Web of Science" fand er rund 530 Artikel, die 63 Konflikte zu drei Technologien der erneuerbaren Energien mit den Zielen nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) aufdeckten.
Sein Überblick zeigt, dass Konflikte für die Technologien der Solarenergie, Windenergie und Wasserkraft unterschiedlich sind. "Obwohl im Rahmen einer Masterarbeit nur eine Teilbetrachtung aller möglichen Konflikte machbar ist, zeigte sich, dass Konflikte im Zusammenhang von Verlusten der biologischen Vielfalt und der Zerstörung natürlicher Lebensräume (SDG 15) sowie sozialen Ungleichheiten (SDG 10) auf häufigsten auftreten", sagt Jan-Hendrik Scheyl.

Seine Methodik lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen, wie etwa dem Transport- oder Industriesektor, um so weitere Zielkonflikte identifizieren zu können. Seine Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Standortwahl und der Entscheidungsprozess über den Bau von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien entscheidende Schritte sind, um Konflikte mit den SDGs zu vermeiden. "Die Konflikte sind zahlreich und individuell, daher möchte ich im nächsten Schritt die einzelnen, von mir aufgezeigten lokalen Konflikte genauer analysieren und eine Entwicklung von möglichen Zielkonflikt-Vermeidungsstrategien erarbeiten. Ich hoffe, dass sich Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam des Themas annehmen werden. Denn nur so können Konflikte langfristig vermieden werden", ergänzt Scheyl.

Die Masterarbeit ist in der Reihe "Wuppertaler Studienarbeiten zur nachhaltigen Entwicklung" erschienen, in der herausragende wissenschaftliche Diplom-, Master- oder Staatsexamensarbeiten publiziert werden und im Rahmen der Nachhaltigkeitsforschung am Wuppertal Institut entstehen. Scheyls Wuppertaler Studienarbeit Nr. 20 ist in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut und der Universität zu Köln im Studiengang International Master of Environmental Sciences (IMES) entstanden und im nachfolgenden Link abrufbar.