COP30: die bittere Wahrheit

Analysebericht des Wuppertal Instituts zur 30. Weltklimakonferenz in deutscher Sprache erschienen

  • News 04.12.2025

Die 30. Konferenz der Vertragsstaaten des UN-Rahmenübereinkommens über Klimaveränderungen (Conference of the Parties, COP30) in Brasilien blieb weit hinter den Erwartungen zurück und lieferte keine adäquaten Antworten auf die gestiegenen Anforderungen: Trotz der weltweit zunehmenden Folgen des Klimawandels konnten in zentralen Bereichen keine gemeinsamen Beschlüsse gefasst werden, vor allem weil zentrale Öl-, Gas- und Kohleförderländer konkrete Fortschritte blockierten. Forschende des Wuppertal Instituts legen nun ihre Analyse zu den Konferenz-Ergebnissen vor und verdeutlichen: Es brauche nun vor allem eine starke Koalition der Willigen, die sowohl innerhalb als auch jenseits der UN-Klimaverhandlungen verbindliche Schritte für den globalen Ausstieg aus den Fossilen vorantreibt.

Staaten mit hohen Einnahmen aus fossilen Energieträgern, darunter OPEC-Mitglieder und Russland, verhinderten erneut substanzielle Fortschritte. Der notwendige Übergang weg von fossilen Brennstoffen fand in den Beschlüssen keine Erwähnung, obwohl klar ist, dass die 1,5-Grad-Grenze mit den bisherigen Maßnahmen nicht erreichbar ist. Widerstände fossiler Staaten wirkten aufgrund des Konsensprinzips als faktisches Veto. Anders als bei früheren Konferenzen konnten sie nicht isoliert werden – begünstigt durch den angekündigten Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen und eine verspätete, schwache Position der EU. Zudem fehlen vielen Ländern des Globalen Südens finanzielle Mittel für Energiewende, Anpassung und Schadensbewältigung; wohlhabende Staaten stellen diese bisher nicht ausreichend bereit, was breite Koalitionen zusätzlich erschwerte. Die COP30 Action Agenda setzte zwar einzelne positive Impulse, konnte jedoch die strukturellen Defizite nicht kompensieren.
Fachleute betonen, dass Klimapolitik zunehmend als Verteilungs- und Transformationsproblem sichtbar wird, da konsequenter Klimaschutz fossile Ressourcen und die dazugehörigen Infrastrukturen entwertet. Brasilien und Kolumbien kündigten daher an, außerhalb des UNFCCC-Prozesses Fahrpläne zur Abkehr von fossilen Energieträgern zu entwickeln. Eine Koalition ambitionierter Staaten soll darauf aufbauen und entsprechende Maßnahmen auf der nächsten COP in der Türkei priorisieren. Ein greifbarer Fortschritt bleibt die Vereinbarung zur Ausarbeitung eines Just Transition Mechanism, dessen Details 2026 in Bonn verhandelt werden sollen.

Der Analysebericht "Die bittere (COP der) Wahrheit – Klimakonferenz in Belém 2025 der Herausforderung nicht gewachsen" ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Ergebnisse der COP30 und bewertet diese. Er ist Ende November 2025 in englischer Sprache erschienen; nun ist er auch in deutscher Sprache im nachfolgenden Link kostenfrei verfügbar.


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