Zentral, dezentral oder industriell: Infrastrukturen der Gemeinden von morgen

Ein innovatives Konzept hilft, regionale Gegebenheiten in der Energieversorgung zu berücksichtigen und nachhaltige Transformationsstrategien zu entwickeln

  • News 19.01.2026

Die Umstellung auf eine treibhausgasneutrale Energieversorgung ist eine große Herausforderung für Unternehmen und Regionen. Besonders die Wahl der richtigen Technologien für die industrielle Energieversorgung, wie Elektrifizierung oder Wasserstoff, ist komplex und hängt stark von lokalen Gegebenheiten ab.

Einen Ansatz für diese Analysen bietet eine neue Typisierungsmethodik, mit der regionale Besonderheiten erkannt werden können. Dabei geht es vor allem um das Clustern dieser Besonderheiten – also darum, inhaltliche Zusammenhänge zwischen räumlichen Gebieten zu erkennen und diese zu adressieren.

Beispielhaft wurde diese Methode anhand der Gemeinden im Rheinischen Revier durchgeführt. Im Rahmen der Studie „Typisierung von Versorgungsaufgaben – Fallstudie im Rheinischen Revier” sammelten Maximilian Blum und Dr.-Ing. Karin Arnold vom Wuppertal Institut umfangreiche Daten zur aktuellen Energieversorgung und den Transformations-Potenzialen, um Gemeinden hinsichtlich ihrer Bedürfnisse und Möglichkeiten zu analysieren. Sie identifizierten potenzielle Transformationspfade und erarbeiteten auf dieser Basis Lösungsräume, die wertvolle Ansätze speziell für die jeweiligen Gegebenheiten bieten. Konkrete Vor-Ort-Pakete werden dabei zwar noch nicht erarbeitet, die Typisierung bietet aber dennoch wertvolle Einblicke und hilft auf übergeordneter Systemebene dabei, Synergien zu erkennen und Konflikte frühzeitig zu vermeiden. Eine Herausforderung bleibt jedoch die Datenverfügbarkeit, besonders auf Gemeindeebene.

"Es ist wichtig, diese Daten weiter zu verbessern, um eine genauere Analyse und Planung zu ermöglichen. Insgesamt bietet diese Methode jedoch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Energieversorgungslösungen und kann als Modell für andere Regionen dienen", sagt Dr.-Ing. Karin Arnold, Co-Leiterin des Forschungsbereichs Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut und Mitautorin der Publikation. Schwerpunkte sehen die Autor*innen in der weiteren Forschung zu Wasserstofftechnologien und zur Energieversorgung der Industrie.

Die Publikation entstand im Rahmen des Projekts IN4climate.RR, welches vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt und ein durch einen Beschluss des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Projekt ist. Das Projekt wird unter dem Dach der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate von der Initiative IN4climate.NRW und dem Wuppertal Institut durchgeführt. IN4climate.RR verfolgt das Ziel, die Industrie im Rheinischen Revier auf dem Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen und in die Transformationsprozesse in NRW, Deutschland und Europa einzubinden.


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