Das Potenzial nachhaltiger Kohlenstoffquellen

IN4climate.NRW: Publikation zeigt, wie Kunststoffabfälle, Biomasse und CO2 den Industriebedarf klimaneutral decken können

  • News 05.02.2026

Klassische Kohlenstoffquellen sind fossil, endlich und klimaschädlich. Aber insbesondere in der chemischen Industrie ist Kohlenstoff nicht wegzudenken, da zahlreiche Produkte daraus hergestellt werden, wie etwa Kunststoffe und Medikamente. Deshalb stellt sich die Frage: Können inländische nachhaltige Kohlenstoffquellen, wie Kunststoffabfälle, Biomasse und CO2, in Zukunft den industriellen Bedarf abdecken? Und wie bleibt dabei die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie erhalten?

Im Rahmen des Projekts IN4climate.NRW haben Forschende in der Publikation "Kohlenstoff – aber nachhaltig!" diese Fragen aufgegriffen und die Situation in NRW gezielt analysiert. Dr. Anja Fink (NRW.Energy4Climate), Dr. Christoph Glasner (Fraunhofer UMSICHT), Dr. Iris Rieth-Menze (NRW.Energy4Climate), Prof. Dr. Ulrich Seifert (Fraunhofer UMSICHT), sowie Dr. Christoph Sievering, wissenschaftlicher Referent Industrietransformation und Gesellschaft am Wuppertal Institut, und Christoph Zeiss, Senior Researcher im Forschungsbereich Strukturwandel und Innovation am Wuppertal Institut, haben an der Publikation mitgewirkt. Die in der Studie analysierten Szenarien zeigen verschiedene Wege auf, wie die Wertschöpfung der chemischen Industrie auf dem Weg in die Klimaneutralität erhalten werden kann. Die notwendigen Voraussetzungen können jedoch nur geschaffen werden, wenn Wissenschaft, Politik und Industrie gemeinsam daran arbeiten. 

Für die Deckung der kohlenstoffhaltigen Rohstoff-Bedarfe in der Industrie werden aufgrund der langen Vorlaufzeiten für veränderte Wertschöpfungsketten schon heute geeignete Rahmenbedingungen benötigt: zum Beispiel in Form von politischen Strategien mit gezielt priorisierenden Förderprogrammen, Leitmärkten für defossilisierte Produkte und klaren Perspektiven für den schnellen Ausbau erforderlicher Transport-Infrastrukturen. 

Insgesamt kommen die Forschenden zu dem Ergebnis, dass zukünftig alle nachhaltigen Kohlenstoffquellen – Kunststoffabfälle, Biomasse und CO2 – notwendig sind, um einen Beitrag zur Deckung des Kohlenstoffbedarfs zu leisten. In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist die Betrachtung der regionalen Rohstoffbasis für die Industrie ein wichtiger Beitrag zur regionalen Wertschöpfung. Deshalb empfehlen die Autor*innen unter anderem eine weitere Studie durchzuführen, um die Menge an Biomasse in NRW zu ermitteln.

Die Publikation ist im Rahmen des Projekts IN4climate.NRW entstanden und über den untenstehenden Link kostenfrei verfügbar.


Cookie-Einstellungen

Cookies helfen uns, die Website für Sie ständig zu verbessern. Mit dem Klick auf den Button "Zustimmen" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf Mehr über die Verwendung und Ablehnung von Cookies.