Ressourcen sparen im Klinikalltag

In Solingen startet Projekt für mehr Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen

  • News 13.02.2026

Das Gesundheitswesen ist durch hohen Ressourcenverbrauch, große Abfallmengen und erhebliche Treibhausgasemissionen geprägt. Allein im Klinikum Solingen fallen jährlich rund 1.000 Tonnen Abfall an. Das kürzlich gestartete Projekt "Circular.Care.Solingen" setzt genau hier an: Im Rahmen des Projekts sollen insbesondere die Abfallmengen reduziert, die Recyclingquoten erhöht und der Ressourcenverbrauch insgesamt gesenkt werden. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, Energiebedarf und CO2-Emissionen zu verringern sowie Kosten bei Einkauf und Entsorgung zu senken. Vorgesehen sind auch neue Kooperationsansätze mit Entsorgungsunternehmen und Hersteller*innen sowie Impulse für ein stärker kreislauforientiertes Produktdesign, erhöhte Wiederverwendung und eine verlängerte Nutzungsphase.

Deutschlandweit fallen pro Krankenhaus über sechs Kilogramm Abfall pro Bett pro Tag an – das verursacht im Jahr über 400.000 Tonnen Abfall. "91 Prozent dieser Abfälle haben jedoch aus infektionspräventiver Sicht keine besonderen Entsorgungsanforderungen und können somit theoretisch wieder in den Kreislauf gebracht werden. Daraus ergeben sich deutliche Potenziale im Gesundheitssektor, diese Verbräuche zu reduzieren", sagt Franziska Erbe, Researcherin im Forschungsbereich Zirkuläre Ökosysteme und Governance am Wuppertal Institut.

Dabei liegt der Fokus zunächst auf dem Klinikum, perspektivisch sollen weitere Einrichtungen des Solinger Gesundheitswesens und darüber hinaus eingebunden werden. Das Projekt wird von der Stadtverwaltung in Kooperation mit dem Klinikum Solingen sowie dem Wuppertal Institut zunächst im Städtischen Klinikum umgesetzt.

Abfallmanagement und Beschaffung neu strukturieren

In der ersten Projektphase stehen das Abfallmanagement und die Materialströme im Klinikum Solingen im Mittelpunkt. Ziel ist es, Wertstoffe konsequenter zu trennen, Wiederverwendungs-Potenziale besser zu nutzen und Entsorgungsprozesse effizienter zu gestalten. Parallel dazu wird die Beschaffung medizinischer Produkte und Verbrauchsmaterialien überprüft und stärker an ökologischen Kriterien ausgerichtet. Die Mitarbeitenden des Klinikums sollen aktiv in die neuen Abläufe eingebunden und für nachhaltiges Handeln sensibilisiert werden.

Das dreijährige Projekt wird mit EU-Mitteln und Fördergeldern des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW unterstützt. Die Stadt und die Projektpartner tragen jeweils einen Eigenanteil von zehn Prozent.


Cookie-Einstellungen

Cookies helfen uns, die Website für Sie ständig zu verbessern. Mit dem Klick auf den Button "Zustimmen" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf Mehr über die Verwendung und Ablehnung von Cookies.