Trotz klarerer Regeln durch das Artikel-6-Regelwerk des Pariser Klimaabkommens bleibt die Navigation durch die fragmentierten internationalen Kohlenstoffmärkte komplex. Der Kapazitätsaufbau für Artikel 6 und den freiwilligen Kohlenstoffmarkt (engl. voluntary carbon market, VCM) spielt daher eine Schlüsselrolle für Länder, die eine marktorientierte Zusammenarbeit anstreben, was weltweit zu einer wachsenden Zahl von Kapazitätsaufbau-Programmen geführt hat.
Nicolas Kreibich und Max Schulze-Steinen aus dem Forschungsbereich internationale Klimapolitik am Wuppertal Institut analysieren zusammen mit dem selbstständigen Berater Florian Eickhold in dem Policy Paper "Getting ready for Article 6 and the VCM?" die globale Landschaft der Kapazitätsaufbau-Programme im Bereich der Kohlenstoffmärkte. Hierfür nahmen die Autoren etwa Hauptakteur*innen, Schwerpunktbereiche der Programme und deren methodische Ansätze in den Blick. Zudem wurden Interviews mit Expert*innen und ein Roundtable durchgeführt.
Ihre Analyse zeigt: Zwar gibt es eine Vielzahl von Unterstützungsaktivitäten mit unterschiedlichen Ansätzen, allerdings mangelt es an Transparenz und einem guten Informationsfluss. Dadurch überlappen sich manche Aktivitäten und bereits geleistete Arbeiten können schwer von Akteur*innen außerhalb der Aktivität nutzbar gemacht werden. Zudem skizziert die Analyse, dass derzeit vor allem Kapazitäten in Bereichen aufgebaut werden, die in der Anfangsphase des Engagements auf den Kohlenstoffmärkten relevant sind.
Um die erworbenen Kompetenzen nachhaltig nutzen zu können, wäre eine verstärkte internationale Koordination erforderlich. Das würde dazu beitragen, die Programm-Landschaft zu strukturieren und die Arbeiten und gewonnenen Erkenntnisse nutzbar zu machen. Wichtig sei zudem, dass auf den Erfahrungen der Programme aufgebaut werde, damit sich integere Klimaschutzprojekte umsetzen lassen. Dabei ist es zentral, dass sich die Programme an den tatsächlichen Bedürfnissen der Gastgeberländer ausrichten.
Das Policy Paper ist über den unten stehenden Link kostenfrei verfügbar. Die Analyse wurde im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) durchgeführt.
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