Ein Statement von Oliver Wagner, Wolfgang Obergassel und Max Schulze-Steinen
Vom 24. April 2026 findet bis heute in der kolumbianischen Küstenstadt Santa Marta die erste internationale Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen (First Conference on Transitioning Away from Fossil Fuels) statt. "The future is non-fossil", betonte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, zum Start der Plenarsitzung und ergänzte: "Hormuz, prior to that, the Russian war, full invasion to Ukraine, all this in my view and in my conviction is a real turning point." Auch Wopke Hoekstra, EU-Kommissar für Klimaschutz, betonte: "We had already a good reason to move on for climate action with transitioning away, we now also have it for commercial reasons and for reasons of independence."
Während in der kolumbianischen Küstenstadt Santa Marta Vertreter*innen aus über 50 Staaten über den weltweiten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beraten, unterstreicht das Wuppertal Institut die historische Verantwortung und die wirtschaftliche Schlüsselrolle Deutschlands in diesem Prozess.
Wie Staatssekretär Jochen Flasbarth in seiner Eröffnungsrede herausstellte: Die Konferenz in Santa Marta markiert einen Wendepunkt. Denn erstmals formiert sich eine Koalition der Willigen abseits der zähen UN-Verhandlungen, um den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas konkret zu beschleunigen. Das Gastgeberland Kolumbien geht dabei mutig voran – ein Schritt, der gerade für ein Land, dessen Exportwirtschaft stark an fossilen Ressourcen hängt, enorme politische Entschlossenheit erfordert.
Ein konsequenter Kohleausstieg ist kein rein ökologisches Projekt. Er kann auch ein Motor sein für zahlreiche soziale und ökonomische Zusatznutzen, sogenannte Co-Benefits, die gerade in Transformationsregionen den entscheidenden Unterschied machen:
Angesichts der prekären Lage im Nahen Osten und der Blockade des strategischen Nadelöhrs der Straße von Hormus wird deutlich, dass die Abhängigkeit von fossilen Importen ein unkalkulierbares geopolitisches Druckmittel birgt, dem wir nur durch eine konsequente Dekarbonisierung und den Rückzug aus fossilen Lieferketten wirksam begegnen können.
Deutschland ist als reiches Industrieland und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in der Pflicht: Wenn ein Hochtechnologiestandort wie die Bundesrepublik zeigt, dass Wohlstand und soziale Sicherheit ohne Kohle, Öl und Gas nicht nur möglich, sondern sogar stabiler sind, kann das weltweite Narrativ des "fossilen Wachstums" endlich durchbrochen werden. Mit dem geordneten Stilllegungsplan der Kohleverstromung in Deutschland bis 2038 wurde somit ein wichtiger Grundpfeiler für den globalen Klimaschutz gelegt, der nun auch auf andere fossile Energieträger übertragen werden kann. Der Kohleausstieg belegt: Deutschland darf sich nicht aufs Mahnen beschränken, sondern kann durch sein wirtschaftliches Potenzial als Ermöglicher auftreten – und so mit seiner Innovationskraft den Beweis erbringen, dass der Ausstieg aus den fossilen Energien viele Vorteile mit sich bringt.
Das Gastgeberland Kolumbien braucht jetzt allerdings auch mehr als bloße Absichtserklärungen. Vielmehr ist auch materielle Unterstützung gefragt, um den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Deutschland kann in diesem Zusammenhang seine finanzielle Stärke nutzen, um:
Der Aufbruch in Santa Marta ist eine Chance für eine neue, gerechte Klimapolitik. Und Deutschland hat die Mittel und die Verantwortung, diesem Prozess zum Erfolg zu verhelfen.
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