Das Verständnis der sozialen Auswirkungen von Kreislaufwirtschaftsstrategien ist für eine gerechte und inklusive Transformation von entscheidender Bedeutung. Die Verwirklichung einer Just Transition im Kontext einer Kreislaufwirtschaft bleibt jedoch ein komplexes und vielschichtiges gesellschaftliches Thema. Der vorangegangene ETC-CE-Bericht "A Just Transition to a Circular Economy: Exploring Current and Potential Social Implications for the Value Chains of Batteries, Plastics, and Textiles" konzipierte einen Ansatz für eine gerechte Kreislaufwirtschaft. Der aktuelle Bericht "A just transition to a circular economy: Operational framework and indicators" überführt die bisherigen Überlegungen in einen operativen Rahmen mit konkreten Indikatoren.
Dabei zeigen die Autor*innen Burcu Gözet und Giacomo Sebis aus der Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut mit weiteren Forschenden der World Resources Forum Association (WRF) und des Vlaamse Instelling voor Technologisch Onderzoek (VITO), dass die sozialen Auswirkungen von Kreislaufstrategien bislang ungleich erfasst werden. Sie stellen dar, dass der Übergang zur Kreislaufwirtschaft sozial gerecht gestaltet werden muss, jedoch fehlen dafür bislang geeignete Messinstrumente und Daten. Die Autor*innen liefern mit dem Bericht nun einen ersten konkreten Rahmen, machen aber auch deutlich, dass noch viel Entwicklungsarbeit nötig ist.
Indikatoren zu Arbeitnehmer*innen und Verbraucher*innen sind nach ihrer Analyse relativ gut vertreten, während Aspekte zu lokalen Gemeinschaften, Akteur*innen entlang der Wertschöpfungsketten und der Gesellschaft insgesamt deutlich seltener berücksichtigt werden. Zudem bestehen bei möglichen Indikatoren weiterhin große methodische und datenseitige Lücken – insbesondere bei Themen wie informeller Arbeit, den Rechten indigener Völker, kulturellem Erbe und sozialer Teilhabe an Entscheidungsprozessen. Zudem werden unterschiedliche Perspektiven und Weltsichten sowie systemische Fragen einer Kreislaufwirtschaft insgesamt nur schwach abgebildet. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass ein sektorspezifischer Ansatz notwendig ist, bei dem Indikatoren an die jeweiligen Instrumente der einzelnen Sektoren angepasst werden. Außerdem heben sie hervor, dass dafür bessere Daten und Methoden sowie ein stärkeres institutionelles Engagement und partizipative Governance erforderlich sind.
Der Report ist im Rahmen des Projekts "European Topic Centre on Circular Economy and Resource Use" entstanden und in englischer Sprache im nachfolgenden Link kostenfrei verfügbar.
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