EU Industry Pathways

Transformationspfade zur Klimaneutralität für die Stahl-, Petrochemie- und Zementindustrie in der EU

  • Projekt-Nr. 153868
  • Laufzeit 08/2025 - 03/2026

Der Industriesektor ist für rund ein Fünftel der Treibhausgasemissionen der EU verantwortlich. Obwohl die Industrieemissionen seit 1990 insgesamt erheblich zurückgegangen sind, haben besonders emissionsintensive Sektoren wie die Stahl-, Chemie- und Zementindustrie noch nicht damit begonnen, ihre Anlagen in großem Umfang auf eine kohlenstoffarme Produktion umzustellen. Wenn die EU aber bis 2050 klimaneutral werden will, müssen alle künftigen Investitionen in diesen Sektoren auf kohlenstoffarme Produktionsanlagen ausgerichtet sein. Aufgrund geopolitischer Turbulenzen sind die Aussichten für die europäische Industrie jedoch unsicherer geworden – und die Frage der Resilienz rückt in der Diskussion immer mehr in den Vordergrund. Um gezielte und tragfähige Investitionen zu ermöglichen, ist dringend Klarheit über die Transformationspfade für diese Sektoren erforderlich.

Vor diesem Hintergrund analysiert das Projektteam die potenziellen Vorteile einer tiefgreifenden Transformation hin zu erneuerbaren Ressourcen in der europäischen Industrie – insbesondere im Hinblick auf die strategische Souveränität Europas – sowie die potenziellen Vorteile einer moderaten Verlagerung energieintensiver Produktionsschritte innerhalb Europas. Dazu entwickeln und vergleichen Forschende von Agora Industrie, dem Wuppertal Institut und der Universität Kassel gemeinsam drei Transformationsszenarien für die europäische Stahl-, Petrochemie- und Zementindustrie:

  • Das erste Szenario geht davon aus, dass fossile Brennstoffe und Feedstocks weiterhin eine wichtige Rolle in der europäischen Industrie spielen werden, während CO2-Emissionen durch den umfassenden Einsatz von CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage, kurz CCS) vermieden werden.
  • Das zweite Szenario sieht vor, dass die europäische Industrie auf erneuerbare Brennstoffe und Feedstocks umstellt, dabei aber die derzeitigen Produktionsstätten und -netzwerke weitgehend erhalten bleiben.
  • Im dritten Szenario stellt die europäische Industrie auf erneuerbare Kraftstoffe und Feedstocks um, während es zu einer moderaten Verlagerung energieintensiver Produktionsschritte innerhalb Europas kommt, hin zu Regionen mit günstigen Bedingungen für erneuerbare Energien.

Neben der Analyse der Kosten und Emissionsbilanzen untersuchen die Forschenden anhand einer Reihe von Stresstests und Sensitivitätsanalysen auch die Robustheit und Resilienz der drei Szenarien. Die Szenarien werden mit Stakeholdern diskutiert und validiert.


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