Kleingartenanlagen sind aufgrund ihres gesetzlichen Auftrags und ihrer historisch gewachsenen Strukturen wichtige Bausteine einer sozial gerechten, gesundheitsfördernden, ökologisch wertvollen und klimawirksamen Stadt. Ihr Potenzial wird bislang jedoch nur unzureichend genutzt. Das Projekt "T hoch 3" möchte Kleingärten daher niedrigschwellig und alltagsnah für ihr Umfeld zugänglich machen, um gesundheitsfördernde und hitzeangepasste Nutzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zu schaffen und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Im Mittelpunkt steht der Abbau rechtlicher, organisatorischer, räumlicher sowie sozio-kultureller Hemmnisse, die einer gemeinschaftlichen Nutzung entgegenstehen.
Hierfür richtet das Projektteam ein partizipatives Reallabor ein, das verschiedene Dialoggruppen zusammenbringt: Schüler*innen einer Bochumer Realschule, Bewohner*innen einer Senioreneinrichtung und Mitglieder des Kleingartenvereins. Auf Grundlage einer integrierten Bestands-, Bedarfs- und Hemmnisanalyse werden sozialräumliche, klimatische sowie organisatorische und rechtlich-institutionelle Rahmenbedingungen ebenso berücksichtigt wie die Perspektiven und Bedürfnisse der Beteiligten. Im Reallabor wird gemeinsam erprobt, wie der Kleingarten als niederschwelliger Lern-, Begegnungs- und Erfahrungsraum geöffnet, genutzt und gestaltet werden kann. Im Fokus stehen dabei gemeinschaftliche Nutzungsformen, partizipative Beteiligungsaktionen sowie die Frage, welche Anforderungen an einen inklusiven, zugänglichen und bedarfsgerechten Gartenraum bestehen.
Der intergenerationale Austausch verbindet dabei unterschiedliche Perspektiven und Bedürfnisse – und bildet die Grundlage für gemeinsam entwickelte und erprobte Realexperimente. Deren Wirkungen evaluiert das Projektteam wissenschaftlich und überführt die Ergebnisse in übertragbare Formate und Handlungsempfehlungen, um Kommunen, Kleingartenvereine und weitere Akteur*innen bei vergleichbaren Transformationsprozessen zu unterstützen.
Das Wuppertal Institut bringt seine Expertise in transformativer Forschung und Reallaboren ein, sowie an der Schnittstelle von Klimaanpassung, nachhaltiger Stadtentwicklung und sozialer Innovation. Die Forschenden setzen das Projekt in Bochum gemeinsam mit dem örtlichen Kleingartenverein Friederika e. V. um. Die assoziierten Partner – die Hans-Böckler-Realschule, die SBO Senioreneinrichtungen der Stadt Bochum "Haus am Glockengarten" sowie der Stadtverband Bochum der Kleingärtner e.V. – unterstützen das Vorhaben durch ihre fachliche Perspektive, den Zugang zu den jeweiligen Dialoggruppen und die aktive Mitwirkung im Projektprozess.
Als Implementierungspionier der InnovationsCommunity Urban Health (ICUH) leistet das Projekt T hoch 3 einen Beitrag zur Weiterentwicklung innovativer Ansätze an der Schnittstelle von Stadtentwicklung, Gesundheit und Klimaanpassung. Die Förderung erfolgt im Rahmen der Richtlinie DATIpilot des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), begleitet durch den Projektträger Jülich.
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