Unternehmen stehen zunehmend vor der doppelten Herausforderung, in bestehenden Systemen wirtschaftlich zu agieren und sich gleichzeitig gegenüber Klimarisiken, Rohstoffknappheit und instabilen Lieferketten zukunftsfähig aufzustellen. Eine hilfreiche Zielgröße ist hierbei die organisationale Resilienz, die neben der Bewältigung eines plötzlichen Schocks auch die Antizipation und Anpassung an veränderte Rahmen- und Marktbedingungen sowie Trends umfasst. Strategien der Kreislaufwirtschaft können diese Resilienz stärken. Allerdings bleiben die wirkungsvollsten Ansätze – Vermeiden, Umdenken und Reduzieren (Refuse, Rethink, Reduce, kurz: R3) – oft ungenutzt, da in vielen Unternehmen das Wissen fehlt, wie sich diese innovativen Strategien erfolgreich umsetzen lassen.
Hier setzt das Projekt R3SILIENZ des Wuppertal Instituts an: Das Projektteam untersucht die Tragfähigkeit von R3-Geschäftsmodellen und deren Diffusionspotenziale in den breiten Markt. Die drei R-Strategien Vermeiden, Umdenken und Reduzieren verstehen die Forschenden dabei als soziale Innovation, die sich grundlegend auf Konsummuster und Marktlogiken auswirken. Die R3-Strategien bieten große Potenziale, können aber auch mit nicht intendierten Folgen verbunden sein – etwa dem Rebound-Effekt, also der Gefahr, dass CO2- und Materialeinsparungen durch verändertes Verhalten wirtschaftlicher Akteur*innen an anderer Stelle wieder verpuffen. Diese potenziellen Konsequenzen analysiert das Projektteam ganzheitlich durch eine Innovations-Folgenabschätzung gesellschaftlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Effekte.
Das Projekt R3SILIENZ folgt dem transformativen Forschungsansatz des Wuppertal Instituts und bezieht durch das inter- und transdisziplinären Projektdesign diverse Stakeholder ein: einerseits durch eine Konsument*innenbefragung und Expert*innenworkshops, andererseits durch Innenblick in Geschäftsmodelle von Unternehmen der Outdoor- und Textilbranche. Das Ziel ist, konkrete Entscheidungshilfen für Politik und Wirtschaft zu liefern, um den Wandel zu einer krisenfesten Gesellschaft mitzugestalten.
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