Erstellung eines Energieleitbildes für die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens

  • Projekt-Nr.1287
  • Laufzeit 07/2012 - 04/2014

Im Auftrag der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens hat das Wuppertal Institut ein Energieleitbild erstellt, welches die folgenden Aspekte behandelt:

  • eine Energie- und CO2-Bilanz,
  • eine Potenzialanalyse zur CO2-Minderung sowie
  • ein mögliches Mission- und Visionstatement und
  • Finanzierungsvorschläge

Das Energieleitbild zeigt einen gangbaren Weg, wie die Region bis zum Jahr 2025 den Start in eine nachhaltige Energiezukunft schaffen kann.
Das Energieleitbild beinhaltet über 40 konkrete Maßnahmenvorschläge, die aufzeigen, welche einzelnen Umsetzungsschritte von den Akteuren und Handlungsträgern erforderlich sind, um eine Umstrukturierung der Energieversorgung und eine veränderte Mobilität im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes erreichen zu können. Dabei werden folgende fünf Handlungsfelder berücksichtigt:

  • organisatorische und strukturelle Maßnahmen,
  • Motivation und Beratung,
  • Erzeugung von Strom und Wärme,
  • Finanzieren und Fördern sowie
  • Verkehr.

Das Wuppertal Institut berechnete zunächst im Rahmen einer Energie- und CO2-Bilanz die Ist-Situation in der DG. Bereits 37 Prozent des Stroms in der DG werden durch erneuerbare Energien und die CO2-arme Kraft-Wärme-Kopplung bereitgestellt. Mit einem Energieverbrauch von jährlich insgesamt 2.243 Gigawattstunden beträgt der CO2-Ausstoß im Jahr 2010 insgesamt 608.200 Tonnen, was einer pro Kopf-CO2-Emission von rund 8 Tonnen entspricht. Damit liegt das Emissionsniveau der DG bereits heute rund 24 Prozent unter dem belgischen Durchschnitt.

Die Umsetzung des Zubaus gemäß dem vom Wuppertal Institut und dem BET erstellten Klima++-Szenario entspräche 45% der Menge des Strombedarfs der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in 2012, die aus erneuerbaren Energien bzw. KWK gedeckt würden. Die Emissionsminderung beläuft sich in diesem Fall auf 23% im Vergleich zu 2010. Hinsichtlich der Einsparpotenziale wurden besonders die öffentlichen Gebäude untersucht. Hierbei ergaben die Berechnungen des Wuppertal Instituts, dass im Wärmebereich ein Einsparpotenzial von mehr als der Hälfte des bisherigen Verbrauchs vorhanden ist. Im Strombereich liegt das Einsparpotenzial sogar bei knapp 70%. Insgesamt kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass das Ziel der "bilanziellen Energieautarkie" nicht ohne erhebliche Anstrengungen erreichbar ist. Bis 2025 wird es nach Einschätzung der Gutachter wahrscheinlich nicht erreicht werden können. Doch alle Anstrengungen, das Ziel fünf bis zehn Jahre später zu erreichen, sind die Mühe Wert.


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