EnerDigit

Energiewende und Digitalisierung zwischen Dezentralität und Zentralität: Regionale und unternehmenskulturelle Perspektiven

  • Projekt-Nr.451242
  • Laufzeit 01/2018 - 06/2019

Die Infrastruktur der Energiewende besteht nicht nur aus dem Ausbau erneuerbarer Energien mittels Hochspannungsleitungen, Umspannstationen, Speicherkraftwerken und dergleichen. Um sie erfolgreich zu gestalten gilt es, eine intelligente Vernetzung und Steuerung der zahlreichen dezentralen Produzenten und Verbraucher zu erzielen. Das Energiesystem der sogenannten "Energiewende 2.0" ist dementsprechend als ein sozio-technisches Energiesystem zu verstehen, das  nur mittels Unterstützung von Informationstechnologien, komplexen Steuerungs- und Verteilsystemen sowie integrierter Kommunikations- und Überwachungsanwendungen – auch Smart Grids genannt – realisierbar ist. Eine intelligente, dezentrale und flexible Vernetzung der Energiesysteme mit den Produktions- und Distributionssystemen, wie sie als "Industrie 4.0" diskutiert wird, liegt auf der Hand. Digitaltisierung und Energiewende müssen daher gemeinsam betrachetet werden.

Im Rahmen des Forschungs- und Konzeptionsprojekts EnerDigit wird die Digitalisierung der Energiewende 2.0 mit einem Fokus auf Dezentralität und Zentralität beleuchtet. Das übergeordnete Anliegen ist es, einen Beitrag zum Gelingen einer digitalen und energetischen Transformation der Industrie in Nordrhein-Westfalen zu leisten. Schwerpunkte der Untersuchung sind:

  • die Analyse der dezentralen und zentralen Elemente, die sich in der Vernetzung und Steuerung industrieller Produktionsprozesse durch Digitalisierung und Energiewende 2.0 abzeichnen,
  • vertiefenden Einblick in Digitalisierungsprozesse im Kontext der Energiewende aus Unternehmensperspektive / Perspektive von Wertschöpfungsnetzwerken zu gewinnen (anhand von Fallstudien ausgewählter Unternehmen) und deren Auswirkungen auf die betrieblichen Akteure zu verstehen und
  •  einen (Handlungs-)Ansätze einer intelligent gesteuerten und dennoch dezentralen, partizipativ angelegten Transformation des Industriesektors und des Energiesektors zu entwickeln.

EnerDigit ist ein gemeinsames Projekt des Wuppertal Instituts, des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen und des Instituts Arbeit und Technik im Rahmen des Virtuellen Instituts "Transformation – Energiewende NRW". Die Arbeiten des Wuppertal Instituts sind insbesondere darauf ausgerichtet Fallstudien durchzuführen, um Digitalisierung und Energiewende aus der Perspektive von Unternehmen und Wertschöpfungsnetzwerken empirisch zu untersuchen (AP 3) sowie an der Erarbeitung von Schlussfolgerungen und Handlungsansätzen (AP 4) beteiligt.

Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.