Kleingedrucktes zum Pariser Abkommen verabschiedet, Umsetzung steht aus

Ergebnispräsentation und Analysebericht zur COP24

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  • Pressemitteilungen 19.12.2018
Michal Kurtyka, COP24-Präsident, dankt Frank Bainimarama, COP23-Präsident, für die Einbeziehung der fijianischen Tradition von Talanoa in den Verhandlungsprozess. Foto: IISD/Kiara Worth (enb.iisd.org/climate/cop24/enb/12dec.html)

Am 15. Dezember 2018 endete die diesjährige UN-Klimakonferenz mit der Verabschiedung des "Katowice Climate Package". Dieses Paket von Entscheidungen macht das Pariser Klimaschutz-Abkommen umsetzungsreif, indem es detaillierte Leitlinien für die Umsetzung der einzelnen Elemente des Abkommens vorgibt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Wuppertal Instituts waren vor Ort und fassen nun die zentralen Ergebnisse der Verhandlungen knapp zusammen. Ihre erste Schnellanalyse zeigt: Die Konferenz in Katowice hat zwar den technischen Rahmen für den internationalen Klimaschutz bereitet und ist insofern ein wichtiger Schritt nach vorn, gemessen am Handlungsdruck sind die konkreten Minderungsambitionen der meisten großen Emittenten aber nach wie vor deutlich zu gering.

Vom 2. bis 15. Dezember fand in Katowice die 24. Konferenz der Vertragsparteien zur Klimarahmenkonvention (Conference of the Parties, kurz COP24) statt. Die zentralen Themen waren die Verabschiedung der Durchführungsbestimmungen des Pariser Klimaabkommens sowie die Erhöhung des klimapolitischen Ehrgeizes.
Während der vergangenen zwei Wochen verfolgten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Wuppertal Instituts intensiv die Verhandlungen der Weltklimakonferenz und legen nun eine erste Analyse der Konferenzergebnisse vor. Im Januar wird dann ein ausführlicher Analysebericht folgen.

Zentrale Ergebnisse der COP24

Die Bestimmungen, die in Katowice verabschiedet wurden, legen insbesondere fest, wie die Staaten ihre Klimaschutzzusagen (nationally determined contributions, NDCs) entwickeln und über deren Umsetzung berichten sollen. Andere wesentliche Themen der Konferenz beinhalteten die finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer sowie die Verfahren zur Durchführung der ersten globalen Bestandsaufnahme ("global stocktake") der Effektivität der globalen Klimaschutzanstrengungen, die in 2023 durchgeführt werden soll.

"Die Durchführungsbestimmungen sind robuster, als viele zu Beginn der Konferenz zu erwarten gehofft hatten", erklärt Wolfgang Obergassel, Projektleiter in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut. "In Anbetracht der Rückschritte der letzten Zeit in wesentlichen Ländern, insbesondere den USA und Brasilien, ist dies ein bemerkenswerter Erfolg und zeigt, dass multilaterales Handeln weiterhin möglich ist und Schlupflöcher, die beispielsweise über komplexe Marktmechanismen entstehen können, nicht einfach hingenommen werden. Dennoch ist dies nur ein Schritt in die richtige Richtung. Die weltweiten Treibhausgasemissionen steigen weiter an, 2018 wird ein weiterer Rekordwert erreicht werden. Nur eine Handvoll von Ländern nutzte die Gelegenheit in Katowice, um anzukündigen, dass sie ihre Beiträge verstärken werden."

"Für das Erreichen der Pariser Klimaschutzbeschlüsse und die Begrenzung des Anstiegs der Weltmitteltemperatur auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau ist dies viel zu wenig. Die Verabschiedung der Durchführungsbestimmungen setzt daher nur den Rahmen für die tatsächliche Arbeit, die nun ansteht: tatsächlich die Emissionen zu reduzieren", fügt Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts, hinzu. "Da die Verhandlungen zu den Umsetzungsbestimmungen nun weitgehend abgeschlossen sind, ist es jetzt möglich, sich auf die Aufgabe der Ambitionssteigerung zu konzentrieren. Das Pariser Abkommen fordert die Länder auf, bis 2020 neue oder aktualisierte Beiträge vorzulegen. Die Staaten müssen nun dringend eine intensive nationale Diskussion hierzu starten und ihrer Verantwortung gerecht werden. Der Sondergipfel zum Klimaschutz, zu dem UN-Generalsekretär António Guterres für 2019 eingeladen hat, sollte als Meilenstein in diesem Prozess genutzt werden."

Die Konferenz in Katowice hat zudem viel Arbeit für die nächste COP, die Ende 2019 in Chile stattfinden wird, übrig gelassen. Neben der Fortsetzung der Diskussion über das notwendige Ambitionsniveau für einen erfolgreichen Schutz des Weltklimas gehören hier unter anderem auch Aspekte der Anpassung an den Klimawandel und die Unterstützung besonders verletzlicher Staaten prominenter auf die Tagesordnung.

Ausführlicher Analysebericht erscheint im Januar

Im Januar wird das Wuppertal Institut eine ausführlichere Analyse der COP24 veröffentlichen. Diese Analyse wird detaillierter auf die einzelnen Bereiche eingehen und noch weitere Themen in den Blick nehmen.
 

Pressemitteilung

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

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Pressebilder

Fotografischer Eindruck der COP24 in Katowice
Expertinnen und Experten des Wuppertal Instituts verfolgten die Verhandlungen während der 24. Weltklimakonferenz. Foto: Wuppertal Institut