Cloud-Plattform macht Lieferketten sichtbar

GLS Bank beteiligt sich an Start-up "sustainabill"

Logistik
  • News 12.02.2019

Das Start-up "sustainabill" hat einen innovativen Ansatz entwickelt, mit dem Produzenten ihre Lieferkette vollständig nachvollziehen können. Mithilfe einer Cloud-Plattform können Unternehmen herausfinden, wo und von wem ihre Produkte hergestellt werden, woher Rohstoffe stammen und wie sie eingesetzt werden, wie umweltfreundlich die Herstellung ist und auch wie fair die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter behandelt werden. Die Informationen stammen von den Lieferanten und deren Vorlieferanten. Jeder erhält ein Profil, in dem er seine Vorlieferanten, Zertifikate und Produktionsdaten pro Produkt hinterlegt. "Wer seine komplette Lieferkette verbessern will, muss auch jedes Element in dieser Kette kennen – vom Rohstoffabbau bis zum finalen Produkt", sagt sustainabill-CEO Klaus Wiesen.

Das Start-up sustainabill entstand 2017 und wurde über das Wuppertal Institut mit dem EXIST-Gründerstipendium gefördert. Das Unternehmen erhält vielfache Unterstützung, etwa von der Stiftung Humanity United, die sich für faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung der Menschrechte in globalen Lieferketten einsetzt. "sustainabill hat eine effiziente Lösung für eine große Herausforderung entwickelt. Mithilfe der Digitalisierung können Produzenten aus allen Branchen sich selbst verstehen lernen – und dadurch nachhaltiger werden", sagt Michael Philipp, Start-up-Experte der GLS Bank. sustainabill ist das erste Investment der GLS Bank in solch ein junges Unternehmen. Sie bietet seit August 2018 Gründerinnen und Gründern ihre Expertise für den Start von innovativen Geschäftsmodellen an.

Das Start-up validiert die Selbstauskünfte, etwa mit externen Daten wie Satelliteninformationen oder durch automatische Plausibilitätsprüfungen. "Mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung nehmen die verfügbaren Datenmengen drastisch zu, was ein enormes Potenzial für eine belastbare Nachhaltigkeitsbewertung birgt", erklärt Wiesen.
Damit liefert sustainabill eine Antwort auf die Frage, wie in der globalisierten Wirtschaft mit ihren komplexen Lieferketten mehr Transparenz erreicht werden kann. So sind an der Herstellung einer Jeans oft mehr als 20 Lieferanten beteiligt. In der Automobilindustrie sind es sogar mehrere tausend Lieferanten pro Fahrzeug. Zwei Drittel der Produzenten wissen dabei nicht, wer ihre eigenen Lieferanten beliefert oder woher die verarbeiteten Rohstoffe stammen.