TraVo

Vorsorgendes Wirtschaften - Transformationen in Ökonomie und Politik / Ein Verbundprojekt des Wuppertal Instituts und der Leuphana Universität Lüneburg

BMBF gefördert
  • Projekt-Nr.150095
  • Laufzeit 08/2015 - 07/2016

Sozial-ökologische Transformationen (z. B. die "Energiewende") einerseits und "Nachhaltigkeit und Genderperspektiven" andererseits werden zwar breit, doch noch weitgehend unverbunden diskutiert. Dabei gewinnen Chancengerechtigkeit und transformative Gerechtigkeit, die die Ziele und damit verbundenen Werte des Wandels einbezieht, wie auch das vorsorgende Wirtschaften an Bedeutung. Weibliche Perspektiven und solche des vorsorgenden Wirtschaftens im Zusammenhang einer nachhaltigen Entwicklung sind in aktuellen Transformations- und Gesellschaftsvertragsdebatten bislang noch zu selten vertreten. Übergeordnete Anliegen des Projekts sind daher, die Transformationspotenziale vorsorgenden Wirtschaftens zu erweitern, in Wissenschaft und Praxis zu verbreiten und die Gendersensibilität in politischen Beratungsgremien zu erhöhen. Dabei werden wirtschafts-, nachhaltigkeits- und politikwissenschaftliche Debatten, Diskurse und Praktiken einbezogen und innovative wie transformative Impulse der Genderforschung aufgegriffen und genutzt. Ein weiteres Projektziel besteht in der Förderung und Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler(innen) in den Themenfeldern Transformations-, Nachhaltigkeits- und Geschlechterforschung. Das Konzept zu den geplanten Maßnahmen hat zum Ziel, Themen, Debatten und Diskurse zu verbinden und Genderaspekte zu integrieren, wissenschaftlichen Nachwuchs im thematischen Umfeld des Netzwerkes zu fördern, innovative Forschungskooperationen aufzubauen, die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch mit der Praxis zu stärken. Hierzu sind klassische Formate wie Fachworkshops und Fachgespräche ebenso vorgesehen wie neue Formate, z. B. interdisziplinäre Dialoge und Salons mit den wissenschaftlichen Zielgruppen und transdisziplinäre Dialoge mit den Zielgruppen aus den Praxisbereichen.

Die Arbeitsplanung umfasst erstens eine Vorbereitungsphase mit einem ersten Fachworkshop (Auftaktworkshop), eine Durchführungsphase mit moderiertem Erfahrungsaustausch, transdisziplinären Dialogen in Form von explorativen Expert(innen)interviews und mit Elementen aus der Feldforschung (z. B. teilnehmende Beobachtung) sowie eine Auswertungsphase mit Dokumentationen und Interpretationen aus den Fachworkshops und den Dialogen. Hier ist ein iteratives Vorgehen vorgesehen, d. h. die Ergebnisse aus den Einzelveranstaltungen beeinflussen den weiteren Projektprozess.

Die Ergebnisverwertung umfasst drei Ebenen: Vernetzung, Strategien und Nachwuchsförderung. Auf der Ebene der Vernetzung können die Ergebnisse sowohl vom Netzwerk Vorsorgendes Wirtschaften als auch von anderen Institutionen aufgegriffen werden und in den weiteren Arbeitsprozess einfließen. Die geplante Kooperation mit anderen Institutionen und Vernetzungen im Rahmen der geplanten Veranstaltungen sowie der damit einhergehende fachliche Austausch sollen zudem in innovative Forschungskooperationen einmünden. Auf der Ebene der Strategien kann mittels des Verbundvorhabens eine bessere Integration der bislang vernachlässigten Genderaspekte in den Wirtschaftswissenschaften, Nachhaltigkeitswissenschaften sowie im Bereich der Transformationsforschung erreicht werden. Auch soll eine Verwertung mittels wissenschaftlicher Impulse für gesellschaftliche Veränderungen über Publikationen erfolgen. Die Handlungsempfehlungen aus den transdisziplinären Dialogen und den Salons sollen in geeigneter Form aufbereitet und ebenfalls publiziert werden. Auf der Ebene der Nachwuchsförderung soll über das Projekt hinaus ein Forum für den wissenschaftlichen Austausch von Nachwuchswissenschaftler(innen) bzw. Doktorand(inn)en, die im Schnittfeld Nachhaltigkeit und Gender arbeiten, geschaffen werden.

Das Verbundvorhaben "Vorsorgendes Wirtschaften: Transformationen in Ökonomie und Politik (TraVo)" wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 01FP1416 und 01FP1417 gefördert. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei den Autorinnen.