S4F

Schools for Future – Umsetzen der Gemeinschaftsaufgabe klimaneutrale Schulen

  • Projekt-Nr.251918
  • Laufzeit 05/2020 - 04/2023

Wirksamer Klimaschutz erfordert das Mitwirken aller Menschen, aller Betriebe, aller öffentlicher Einrichtungen sowie auch aller Schulen. Wenn das Ziel, bis spätestens 2050 – besser schon viel früher – weitgehend klimaneutral zu sein, erreicht werden soll, müssen auch die Schulen jetzt damit anfangen klimaneutral zu werden. Eine enorme Herausforderung, die nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern auch Änderungen in Verhaltensweisen beinhalten wird.

Innerhalb des Projekts "Schools for Future – Umsetzen der Gemeinschaftsaufgabe klimaneutrale Schulen" wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Schwung und die öffentliche Resonanz auf die Fridays-for-Future-Bewegung nutzen, um das große, in Schulen schlummernde CO2-Minderungspotenzial zu erschließen. Denn Dank der Demonstrationen stehen die Schulträger unter einem Handlungsdruck und die Schülerinnen und Schüler können zudem mit Verhaltensänderungen einen eigenen Beitrag zur Zielerreichung leisten.
Die Forschenden initiieren und begleiten diesen Prozess wissenschaftlich, unterstützen ihn durch Know-how-Transfer und analysieren die gesellschaftlichen Wechselwirkungen. Nur gemeinsam mit den Schulträgern, dem Lehrpersonal, Schülerinnen und Schülern, Eltern, dem weiteren Schulumfeld sowie gegebenenfalls weiteren Umsetzungspartnern vor Ort wie etwa Energiegenossenschaften kann es gelingen, Schulen zu klimaneutralen Lernorten zu entwickeln. Die Forschenden und Praxispartner wollen den Beteiligten beibringen, wie sie den CO2-Fußabdruck ihrer Schule ermitteln, die eigenen Klimaschutzpotenziale erkennen und schließlich an der eigenen Schule diese Potenziale auch erschließen können.

In diesem Zusammenhang geht es um folgende Fragen: In welchen Bereichen verursacht der Schulbetrieb schädliche Klimagase: Gebäude, Anreise der Schülerinnen und Schüler sowie dem Lehrpersonal, Verpflegung in der Schulkantine, Klassenfahrten usw.? Was müsste am Gebäude umgesetzt werden, um Energie zu sparen? Wie könnte erneuerbarer Strom genutzt werden (eigene PV-Anlage)? Wie könnte eine Verhaltensänderung angestoßen werden (weniger Elterntaxi, Lehrpersonal fährt mit öffentlichem Personennahverkehr usw.)?

In drei Schritten wollen die Projektbeteiligten dem Ziel des CO2-neutralen Schulbetriebs möglichst nahekommen, indem sie

  • den CO2-Fußabdruck des Schulbetriebs gemeinsam errechnen und vergleichen,
  • Maßnahmen entwickeln, mit denen die CO2-Emissionen reduziert werden können und
  • gemeinsam und mit Unterstützung der Schulträger, Energiegenossenschaften und gegebenenfalls weiteren Akteuren Maßnahmen umsetzen.

Dabei sollen zunächst an einer überschaubaren Anzahl von Schulen Konzepte entwickelt und in bundesweiten Workshops die Erkenntnisse verbreitet werden. Das Argument vieler Schulträger, dass es am Geld fehle, um eine energetische Sanierung oder eine Solaranlage auf dem Dach der Schule zu finanzieren, wollen die Projektbeteiligten mithilfe sogenannter Schwarmfinanzierung, wie etwa dem Bürgercontracting, ausräumen. Sie prüfen auch die Gründung von sogenannten Schülerfirmen, um schuleigene Photovoltaik(PV)-Anlagen im Rahmen des Projektes zu realisieren.

Die Gesamtorganisation des Projekts liegt beim Wuppertal Institut, das schwerpunktmäßig die gesellschaftswissenschaftlichen Aufgaben im Gesamtvorhaben, wie etwa eine Akteursanalyse, die Vernetzung der Akteure sowie das Peer-to-Peer-Learning organisiert. Projektpartner ist das Büro Ö-Quadrat, das die Konzeption der CO2-Bilanzierung an den Schulen sowie die Umsetzung der Klimaschutzkonzepte betreut.

Das Projekt "Schools for Future" wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.