Strompreiseffekte eines beschleunigten Ausstiegs aus der Nutzung der Kernenergie

  • Projekt-Nr.1172 D
  • Laufzeit 04/2011 - 05/2011

Mit dem Atomunfall im japanischen Fukushima im März 2011 ist die Diskussion über das Für und Wider der Nutzung der Kernenergie für die Stromerzeugung in Europa und insbesondere in Deutschland wieder neu entbrannt. Die Bundesregierung hat entschieden, die sieben ältesten deutschen Kernkraftwerke kurzfristig und zunächst befristet außer Betrieb zu nehmen und die Zeit dieses Moratoriums dazu zu nutzen, neu über die Laufzeit der deutschen Kernkraftwerke zu befinden.

Die Frage nach den Konsequenzen verkürzter Laufzeiten der Kernkraftwerke auf die Strompreisentwicklung bildete in diesen Wochen einen Schwerpunkt der öffentlichen Diskussion um einen möglichen beschleunigten Kernenergieausstieg. Das Wuppertal Institut wurde vor diesem Hintergrund von dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW beauftragt, in der nun vorliegenden Kurzstudie den aktuellen Stand der Diskussion um die Strompreiseffekte zusammenzufassen und zu bewerten.

Die Kurzstudie liefert dabei zunächst einen Überblick über wichtige grundsätzliche Aspekte, die für eine seriöse Diskussion der Strompreiseffekte eines beschleunigten Ausstiegs zu berücksichtigen sind. Anschließend werden die bisher öffentlich verfügbaren Untersuchungen sowie Stellungnahmen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu der Frage der zu erwartenden Strompreiseffekte einzeln vorgestellt und bewertet.

Im Ergebnis zeigt sich, dass eine (vorübergehende) Strompreiserhöhung für private Haushalte in Höhe von rund 0,5 bis 1 Cent pro kWh als voraussichtliche Obergrenze des Preiseffekts eines beschleunigten Atomausstiegs angesehen werden kann, wenn bis spätestens 2020 vollständig aus der Nutzung der Kernenergie ausgestiegen wird. Ein solcher maximaler Anstieg entspräche etwa 2 bis 4 % des derzeitigen durchschnittlichen Haushaltsstrompreises. Längerfristig, d. h. über 2020 hinaus ist es möglich, dass ein beschleunigter Kernenergieausstieg gegenüber einem schnelleren Ausstieg sogar zu niedrigeren Strompreisen führt.


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