DRAGON

Euro-China GE: Dynamics of Green Growth in European and Chinese Cities

  • Projekt-Nr.250231
  • Laufzeit 12/2014 - 12/2017

Politische Vereinbarungen wie das Pariser Klimaabkommen, die globalen Nachhaltigkeitsziele und die Klimaziele der Bundesregierung setzen ambitionierte Zielwerte zur Verringerung der Umweltauswirkungen menschlicher Aktivitäten. Es ist mittlerweile vielfach anerkannt (z. B. EU, OECD), dass zur Erreichung dieser Ziele "systemische" Veränderungen nötig sind, die über einzelne technische Innovationen hinausgehend Veränderungen hin zu einem grundlegend anderen Wirtschaften, Planen und Verhalten umfassen. Solchermaßen systemische Veränderungen werden häufig als transition bezeichnet.

Ein politisch befürwortetes Leitbild für ein systemisch verändertes, nachhaltiges Wirtschaften ist green growth (= grünes Wachstum), welches eine Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Umweltauswirkungen anstrebt. Es wird davon ausgegangen, dass durch solch eine Entkoppelung Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele erreicht werden können, ohne die wirtschaftliche Entwicklung signifikant zu bremsen. Ziel ist daher eine transition hin zu grünem Wachstum in die Wege zu leiten.

Was aber bedeutet dieses Leitbild konkret für und in den Städten und Metropolregionen in China und der Europäischen Union? Welchen Dynamiken ist das grüne Wachstum in chinesischen und europäischen Städten unterworfen? Und welche Handlungskapazitäten haben (politische) Akteure auf der kommunalen und regionalen Ebene eine solche Entwicklung zu fördern? Diesen Fragen stellt sich das internationale Forschungsteam im Rahmen des DRAGON-Projektes anhand diverser Fallstudien.

Das Projektteam im Wuppertal Institut beschäftigt sich einerseits mit der konzeptionellen Verbindung von transition-Theorie und green growth und andererseits mit der Übertragung dieser theoretisch-konzeptionellen Überlegungen auf den konkreten Fall der Metropolregion Köln/Bonn. Insbesondere zwei Bereiche sollen genauer betrachtet werden: Die energieintensive Industrie im Rhein-Kreis Neuss und die Siedlungsentwicklung in und um die Metropole Köln. Während die energieintensive Industrie, die für Klimaschutz und Nachhaltigkeit von herausragender Bedeutung ist, in den letzten Jahren bereits auf die Verknappung von Ressourcen reagiert hat und sogar als gutes Beispiel für die Umsetzung von Entkoppelungsansätzen gelten kann, setzt der Siedlungsdruck in und um Köln die Stadtverwaltungen unter erheblichen Handlungsdruck. Dieser Handlungsdruck könnte dazu führen, dass die Ziele ökologischer Nachhaltigkeit in den Hintergrund treten.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden basierend auf einer Analyse der bestehenden politischen Strategien und Konzepte in der Region und auf semi-standardisierten Interviews mit Stakeholdern und Expertinnen und Experten die Dynamiken von green growth in Köln/Bonn näher beleuchten. Mit der Fallstudie sollen die theoretisch-konzeptionellen Überlegungen zu transition und green growth überprüft, Perspektiven für zukünftige Forschung eröffnet und gleichzeitig konkrete Handlungsempfehlungen für Praxisakteure in deutschen Kommunen und Regionen entwickelt werden.

Zusätzlich zur qualitativen Fallbetrachtung der Region Köln/Bonn wird das Projekt-Team die Methodik zur Bewertung des urbanen Metabolismus erforschen, welche wesentlich für grünes Wachstum ist.