Zero Waste Berlin

Abfallvermeidung durch Wiederverwendung

  • Projekt-Nr.351555
  • Laufzeit 04/2018 - 12/2018

Obwohl mit einer Wiederverwendung zahlreiche ökonomische, ökologische und soziale Potenziale verbunden sind, ist die Praxis derzeit noch weit davon entfernt, diese im Sinne der Vision einer Kreislaufwirtschaft zu realisieren. Der Grund: Derzeit mangelt es sowohl an einem Angebot von attraktiven Gebrauchtwaren als auch an einer Nachfrage nach diesen.

Das Land Berlin hat sich im Berliner Koalitionsvertrag (2016-2021) dem Leitbild "Zero Waste" verpflichtet. Es ist ein zentraler Schritt, um die Berliner Abfallwirtschaft in eine moderne Kreislaufwirtschaft zu transformieren. Ein zentraler Ansatz hierfür bildet die Wiederverwendung von Gebrauchtwaren. Statt diese am Ende der ersten Nutzungsphase zu entsorgen, sollen sie über verschiedene Wege an einen Folgenutzer für eine weitere Nutzungsphase weitergegeben werden. Dadurch lassen sich nicht nur Abfälle vermeiden, sondern auch erhebliche Ressourceneinsparungen erzielen. Das wirkt sich insgesamt positiv auf die Klimabilanz aus.

Vor diesem Hintergrund entwickelte das Wuppertal Institut im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) eine erste Studie "Untersuchung zur Wiederverwendung in Berlin – Entwicklung eines ReUse-Konzepts zur Stärkung des Leitbilds Zero Waste" (2017) ein umfassendes Maßnahmenbündel zur Stärkung der Wiederverwendung von gebrauchten Produkten in Berlin. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen nun im Rahmen des zweiten Projekts "Zero Waste Berlin – Abfallvermeidung durch Wiederverwendung" (2018) pilotweise in die Praxis umgesetzt werden. Folgende Maßnahmen sind unter Leitung des Forschungsbereichs Kreislaufwirtschaft des Wuppertal Instituts im Rahmen des Projekts geplant:

  • Erarbeitung eines Konzepts für ein Wiederverwendungsnetzwerk, das die bestehenden Angebote bündelt, insbesondere mit einem Gütesiegel für gebrauchte Produkte – beispielsweise in Form einer Dachmarke oder Qualitätsstandards
  • Durchführung verschiedener Pilotaktivitäten zur Sammlung von wiederverwendungsfähigen Waren, um zum einen effektive Sammelwege zu identifizieren und um zum anderen die Qualität und zur Verfügung stehende Menge an zusätzlichen Gebrauchtwaren zu analysieren
  • Prüfung eines Konzepts für ein zentrales Gebrauchtwarenkaufhaus, das eine relevante Menge an gebrauchten Produkten einer Wiederverwendung zuführen kann
  • Ausschreibung eines Wettbewerbs für innovative Ideen, die dazu beitragen können, die Wiederverwendung in Berlin zu stärken, um diverse gesellschaftliche Milieus in den Prozess zu involvieren
  • Gründung eines Arbeitskreises, in dem die zentralen Akteure der Berliner Wiederverwendungsszene vertreten sind. Dieser soll sich nach Projektende weiterhin für die Stärkung der Wiederverwendung in Berlin bestehen und so zu einer Wiederverwendungskultur nachhaltig beitragen