Was Japan und Deutschland in der Energiedebatte voneinander lernen können

Podcast Zukunftswissen.fm: Episode mit Dr. rer. pol Rie Watanabe und Dr. Stefan Thomas

  • News 19.08.2025

Zwei Industrieländer stehen vor ähnlichen Herausforderungen, gehen aber unterschiedliche Wege: Dass Japan und Deutschland Klimaneutralität erreichen möchten, steht in beiden Ländern außer Frage – aber über die Möglichkeiten und den Zeitraum wird sehr unterschiedlich diskutiert. Atomkraft beispielsweise spielt in Deutschland keine Rolle mehr, während sie in Japan noch benötigt und als emissionsarme Energiequelle für die kommenden Jahrzehnte eingeplant wird.

In der neuen Podcastfolge von Zukunftswissen.fm besprechen die beiden Gäste die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der deutschen und japanischen Energiewende. Dr. rer. pol Rie Watanabe, für den Podcast zugeschaltet aus Japan, ist Professorin an der Fakultät für Internationale Politik, Wirtschaft und Kommunikation an der Aoyama Gakuin Universität in Tokio. Die Politikwissenschaftlerin mit Fokus auf Theorien zu politischen Prozessen, vergleichender Politik sowie Klima- und Energiepolitik in Deutschland, der EU, Japan und den Vereinigten Staaten, spricht mit Dr. Stefan Thomas, Leiter der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut. Thomas ist außerdem Co-Vorsitzender des "German-Japanese Energy Transition Council", kurz GJETC, dem Deutsch-Japanischen Energiewenderat, der vor rund zehn Jahren auf Initiative des Wuppertal Instituts gegründet wurde und seit 2017 durch mehrere Forschungsprojekte des Instituts wissenschaftlich begleitet wird.

Im Podcast wird deutlich: So ähnlich sich die beiden Länder in vielen Aspekten der Energiepolitik sind, so groß sind die Unterschiede in den Details, welche die Energiewende deutlich beeinflussen: Als Inselstaat ist Japan etwa viel stärker darauf angewiesen, sich selbst mit Energie versorgen zu können, während Deutschland sich – umgeben von verbündeten Ländern in der EU – auf ein gemeinsames, grenzüberschreitendes Netz stützen kann. Dementsprechend spielt Atomenergie in Japan eine deutlich größere Rolle als in Deutschland. Potenziale sehen Watanabe und Thomas jedoch vor allem in den Gemeinsamkeiten der beiden Länder: Bei ähnlichen Herausforderungen, wie dem Ausbau der Speicher- und Stromnetzkapazitäten, bestünden viele Möglichkeiten voneinander zu lernen, sind sich die Forschenden einig. Als Beispiel führt Thomas etwa den Kapazitätenmarkt an, der in Deutschland aktuell diskutiert wird, in Japan aber bereits etabliert ist.

Diese Folge und alle vergangenen sind kostenfrei auf Spotify, Apple Podcasts und Podcast.de sowie über die Website des Wuppertal Instituts zu hören.


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