Klimawandel begrenzen, Klimafolgen begegnen

Die fossile Ära beenden und den Klimawandel deutlich unter 2 Grad Celsius – am besten auf unter 1,5 Grad Celsius begrenzen: Das ist machbar, erfordert aber das Engagement vieler Beteiligte in Ländern, Städten und Unternehmen. Eine faire, internationale Klimapolitik und ein CO2-armer Lebensstil sind wichtige Säulen der Umsetzung.

Die globale Erderwärmung soll deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau gehalten werden – am besten sogar unter 1,5 Grad Celsius –, darin ist sich die Weltgemeinschaft seit dem UN-Klimagipfel in Paris 2015 einig. Andernfalls kommen auf uns nicht mehr beherrschbare Veränderungen des Ökosystems zu. Daher müssen die von Menschen verursachten klimaschädlichen Emissionen radikal gesenkt werden, insbesondere in jenen Ländern, wo diese am höchsten sind. Dabei gilt es schnell zu handeln, denn für den Klimawandel ist die Konzentration der Treibhausgasemissionen verantwortlich und diese steigt mit jeder emittierten Tonne.

Zudem hinterlässt der Klimawandel bereits jetzt deutliche Spuren, die in manchen Weltgegenden längst verheerende Ausmaße angenommen haben. Aber auch in Deutschland sind bereits Schäden in Milliardenhöhe durch die Zunahme an Wetterextremen entstanden. Die Flutkatastrophe 2021 in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist nur eines von vielen Beispielen. Der aktuelle Bericht des Weltklimarates (IPCC) stellt heraus, dass notwendige Investitionen zum Schutz vor Klimawandelfolgen und tatsächlich bisher implementierte Maßnahmen in starkem Missverhältnis stehen. Auch hier ist der Handlungsdruck daher hoch.

Erderwärmung
Die fossile Ära beenden, den Klimawandel auf 1,5 Grad Celsius begrenzen – das ist machbar.
Fairness und Vorbilder

Das Beherrschen des Klimawandels ist nur mit einem global abgestimmten Handeln möglich. Doch wie kann ein effektives und faires internationales Klimaregime gestaltet werden? Für Staaten, Regionen oder Städte gilt, die Anstrengungen zu intensivieren und gleichzeitig die schwächsten Staaten zu unterstützen und zu ermutigen, ebenfalls eine post-fossile Entwicklung einzuschlagen. Das Wuppertal Institut untersucht, welche Mechanismen und Instrumente für diesen Zweck am geeignetsten sind und wie sich die Architektur der internationalen Klimaverhandlungen weiterentwickeln sollte.

Wirtschaft dekarbonisieren

Für Industrie- und auch Schwellenländer heißt es, die Weichen dafür zu stellen, dass der Ausstoß an Treibhausgasen spätestens bis 2050 gegen Null geht und die Energiesysteme weitgehend "dekarbonisiert" sind. Die Ära von Kohle, Öl und Erdgas als Basis unserer Wirtschaft wird spätestens dann ein Ende haben müssen. Die Energiewelt wird Mitte des Jahrhunderts eine andere sein. Und: Der Übergang dahin hat längst begonnen, muss aber weiter an Tempo gewinnen. Das Wuppertal Institut zeigt, wie der Systemwechsel gelingen kann, wie treibhausgasneutrale Energie- und Industriesysteme gestaltet werden können.

Gewinner Klimaschutz

Letztlich kann der notwendige Wandel nur gelingen, wenn alle Seiten dazu beitragen. Viele Städte und Gemeinden aber auch Unternehmen haben sich mit ehrgeizigen Klimaschutzzielen und großem Engagement längst auf den Weg gemacht. Das Wuppertal Institut unterstützt die Akteurinnen und Akteure in Ländern und Kommunen sowie der Wirtschaft mit Konzepten und Strategien, die mehr leisten als nur Reduktionspfade von Emissionen zu beschreiben. Sie stellen sicher, dass der Weg nachhaltig und richtungssicher ist, dass Wirtschaft und Bevölkerung mitgenommen und zu Gewinnern des Wandels werden.

Anpassung an den Klimawandel

Die Bundesregierung hat 2008 zum ersten Mal eine "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel" beschlossen und seitdem kontinuierlich fortgeschrieben. Zudem gibt es immer mehr Anpassungspläne und -gesetze auf Landes- und kommunaler Ebene. Dennoch sind die Anstrengungen bezogen auf die schon sichtbaren und mit hoher Wahrscheinlichkeit noch kommenden Veränderungen nicht ausreichend.

Ein wichtiges Augenmerk muss bei der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen darauf gelegt werden, diese als Teil einer ganzheitlichen Strategie zu verstehen und Engführungen zu vermeiden. Dies gilt beispielsweise für die Stadtentwicklung, wo viele Herausforderungen auf kleinem Raum zusammenkommen.

In seinen Forschungsprojekten zur Klimafolgenanpassung führt das Wuppertal Institut daher verschiedene Diskussionsstränge und Disziplinen zusammen. Das Institut untersucht die Entwicklung resilienter technischer Infrastrukturen unter Berücksichtigung ihrer Schnittstellen und ihrer sozialen Einbettung in den Gestaltungsrahmen von Städten. Im Rahmen einer strategischen Politikberatung unterstützt das Institut öffentliche und private Institutionen und Entscheidungsträger bei der Entwicklung integrierter Ansätze zur Klimafolgenanpassung. Das Institut beteiligt sich im Rahmen von Reallaboren aber auch ganz konkret an der Umsetzung. Konzeptionell erfordert dies die Anwendung eines breiten Spektrums von Forschungsmethoden, wie beispielsweise Leitbildentwicklung, beteiligungsorientierte Verfahren und multikriterielle Bewertungen; nähere Informationen finden sich im nachfolgenden Papier: Methoden im Bereich der Klimafolgenanpassung

Nachhaltige Lebensstile

Letztlich gehören zum effektiven Klimaschutz mehr als neue Energieträger oder innovative Technologien. Was und wie viel wir konsumieren, woraus und wie die Dinge, die wir nutzen, hergestellt sind, all das beeinflusst tagtäglich unser Klima. Um den Lebensstil nachhaltig zu gestalten, bedarf es etwa klimafreundlicher Produkte, Transparenz und vor allem klare Rahmenbedingungen für die Konsumierenden und die Unterstützung durch die Politik. Auch daran forscht das Wuppertal Institut.

Kontakt

Wolfgang Obergassel

Co-Leiter des Forschungsbereichs Internationale Klimapolitik

Tel.: +49 202 2492-149

wolfgang.obergassel@wupperinst.org

Wolfgang Obergassel

Vom Klimaschutz profitieren viele – denn die Maßnahmen sind häufig mit erheblichem Zusatznutzen verbunden, wenn sie auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzen. Dies gilt beispielsweise für die Verbesserung der Luftqualität, eine verstärkte Teilhabe durch einen einfacheren Zugang zu Energie, das Schaffen neuer Arbeitsplätze und Geschäftsfelder sowie geringere Abhängigkeit von Brennstoffimporten und damit erhöhte Versorgungssicherheit.

Wolfgang Obergassel
Co-Leiter des Forschungsbereichs Internationale Klimapolitik

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