Ressourcensindendlich

Natürliche Ressourcen stecken überall: in den Dingen um uns herum und den Produkten, die wir konsumieren. Sie zu erhalten, ihren Einsatz und Verbrauch zu senken zum Schutz von Umwelt und zum Nutzen für künftige Generationen, erfordert Achtsamkeit und ein intelligentes Ressourcenmanagement. Dafür ist die politische Ebene genauso notwendig wie die Wirtschaft und die Haushalte.

Der "Earth Overshoot Day" fiel im Jahr 2020 auf den 22. August. An dem Tag hatte die Menschheit bereits so viele natürliche Ressourcen verbraucht, wie die Erde im ganzen Jahr regenerieren kann. Ab diesem Tag lebten und wirtschafteten die Menschen auf Kosten der Dienstleistungen des Ökosystems, die die Grundlage der Wirtschaft und des Wohlstandes bilden. Um das zu vermeiden, sind vielfältige Ökoinnovationen, ökointelligente und ressourcenleichte Wirtschaftsstrukturen, Produkte, Dienstleistungen und Lebensstile notwendig. Die Wachstumsmärkte für Ressourcen- und Energieeffizienz sind immens.

Um eine treibhausgasneutrale und ressourcenleichte Gesellschaft zu erreichen, müssen Ressourceneffizienz, -suffizienz und -konsistenz deutlich stärker an Bedeutung gewinnen. Das eröffnet zugleich den Ländern neue Entwicklungschancen.

Rohstoffabbau
Um die natürlichen Ressourcen zu erhalten ist Achtsamkeit gefordert, um den Einsatz und den Verbrauch zu senken – zum Schutz der Umwelt und für künftige Generationen.

Der tatsächliche Ressourcenverbrauch der nationalen oder europäischen Wirtschaft lässt sich nur abbilden, wenn die Systemgrenzen richtig gesetzt werden und die mit der Wirtschaftsweise verbundenen Stoffströme umfassend analysiert werden. Denn zunehmend verlagern sich die Ressourcenaufwendungen ins Ausland über den Import von Halb- und Fertigwaren. Die damit verbundenen Primärmaterial-Aufwendungen werden zumeist ausgeblendet. Und auch in der energieintensiven Grundstoffindustrie, beim der Infrastruktur oder in Gebäuden müssen die Energie- und Ressourcenumsätze aller Grundstoffe berücksichtigt werden.Dabei spielen auch die Ressourcenaufwendungen aus Haushalten, der Herstellung von Produkten oder von Dienstleistungen wie Veranstaltungen eine Rolle –  und lassen sich berechnen.

Wichtig ist dabei ist, dass eine Betrachtung entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfolgt und mögliche ökologische und soziale Konflikte offengelegt werden. Dazu muss der Lebenszyklus von der Rohstoffquelle, also Rohstoffentnahme aus der Natur oder aus dem Recycling, über die Produktion und Nutzung bis zur Abfallbehandlung sowie den entstehenden Emissionen erfasst werden. Dazu entwickelt  das Wuppertal Institut eigene Methoden.
Doch im Alltag ist es oft schwierig, so zu leben, dass deutlich weniger Ressourcen in Anspruch genommen werden. Eine kleine Hilfe bietet der Ressourcenrechner des Wuppertal Instituts oder die in einem Projektkonsortium entwickelte App "SUSLA – Sustainable Lifestyles Accelerator".

Um ein nachhaltiges Maß für eine treibhausgasneutrale und ressourcenleichte Gesellschaft langfristig zu erreichen, ist eine umfassende "Dematerialisierung" der Wirtschaft erforderlich, damit Produkte "leichter" werden und länger und besser genutzt werden können. Oftmals ist das eine Frage des Designs. Wie die Gestaltung von Produkten zu einer nachhaltigen Nutzung führen, auch das wird am Wuppertal Institut erforscht. Daraus entstehen unter anderem Leitfäden wie der Transition Design Guide.

Erster Schritt – Ressourcenverbrauch berechnen

Der tatsächliche Ressourcenverbrauch unserer Wirtschaft lässt sich nur abbilden, wenn die Systemgrenzen richtig gesetzt werden und die mit unserer Wirtschaftsweise verbundenen Stoffströme umfassend analysiert werden. Denn zunehmend findet eine Verlagerung von Ressourcenaufwendungen ins Ausland über den Import von Halb- und Fertigwaren statt. Die damit verbundenen Primärmaterialaufwendungen werden zumeist ausgeblendet. Und auch in der energieintensiven Industrie, beim Thema Infrastruktur oder im Bau müssen die Energie- und Ressourcenumsätze aller Grundstoffe berücksichtigt werden.

Auch die Ressourcenaufwendungen von Haushalten, der Herstellung von Produkten oder bei der Erbringung von Dienstleistungen, sogar die von Events wie den Olympischen Spielen lassen sich berechnen. Wichtig ist dabei, dass der Lebenszyklus von der Rohstoffentnahme und dem Recycling über die Produktion und Nutzung bis zur Abfallbehandlung und den entstehenden Emissionen erfasst wird, das heißt eine Betrachtung entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfolgt und mögliche ökologische und soziale Konflikte offengelegt werden. Dazu wurden am Wuppertal Institut eigene Methoden entwickelt.

Doch im Alltag ist es oft schwierig, so zu leben, dass deutlich weniger Ressourcen in Anspruch genommen werden. Eine kleine Hilfe bietet der Ressourcenrechner des Wuppertal Instituts. Um ein nachhaltiges Maß für eine treibhausgasneutrale und ressourcenleichte Gesellschaft langfristig zu erreichen, ist eine umfassende "Dematerialisierung" der Wirtschaft notwendig, damit Produkte "leichter" werden und länger und besser genutzt werden können. Oftmals ist das eine Frage des Designs. Wie die Gestaltung von Produkten Qualitäten gewinnen kann, die zu einer nachhaltigen Nutzung führen, auch das wird am Wuppertal Institut erforscht.

Zweiter Schritt: Politikansätze und Businessmodelle entwickeln und umsetzen

Politische Hilfestellung und Aufklärung sind notwendig, um den Ressourcenbedarf einzudämmen. Innerhalb der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt die Bundesregierung das Ziel, den positiven Trend der Gesamtrohstoff-Produktivität von jährlich 1,6 Prozent bis zum Jahr 2030 fortzuschreiben. Vom Jahr 2020 bis 2030 entspricht dies einer Steigerung von etwa 17 Prozent.

Im Deutschen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) hat sie zudem die Indikatoren Sekundär-Rohstoffeinsatz sowie Rohstoffkonsum aufgenommen. Letzterer berücksichtigt sowohl die genutzte Extraktion von Primärmaterial im Inland als auch indirekte Ressourcenaufwendungen über Importe. Die Berücksichtigung ungenutzter Entnahme – auch Abraum genannt – ist politisch und methodisch noch ungeklärt. Das Wuppertal Institut begleitete die Weiterentwicklung von ProgRess III und erarbeitet in verschiedenen Projekten Vorschläge für die zukünftige Weiterentwicklung.
Eine strukturell wichtige Rolle spielt die Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft, die von politischer Seite stark forciert wird und auch immer mehr Unternehmensaktivitäten auf den Plan bringt. Um dieses Vorhaben voranzutreiben, sind innovative Businessmodelle an den Schnittstellen zwischen Produktion, Konsum und Abfallwirtschaft eine der Schlüsselstrategien. Hierzu arbeitet das Wuppertal Institut an neuen Konzepten.

Henning Wilts

Europa in einen wettbewerbs­fähigeren, nachhaltigen und ressourcen­effizienten Wirtschaftsraum zu transformieren heißt, den Ressourcen­verbrauch deutlich zu reduzieren, Stoffkreis­läufe zu schließen und das Abfallauf­kommen so weit wie möglich zu senken – ohne Umwelt­belastungen einfach in andere Teile der Welt zu verlagern.

Dr. Henning Wilts
Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft

Themen

Aus den vielfältigen Forschungsarbeiten zum Thema Ressourcen finden sich folgende Bereiche:

NewsTermine

Hier finden Sie aktuelle Hinweise auf Forschungsergebnisse und -aktivitäten zum Bereich Ressourcen sowie Veranstaltungen zum Thema, in denen das Wuppertal Institut aktiv ist.

Projekte

Forschung zum Thema Ressourcen findet sowohl für die politische Ebene als auch im Kontext von Produktion und Konsum statt. Im Folgenden sehen Sie ausgewählte Beispiele, alle Projekte finden Sie hier.

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